Streifzüge durch Reykjavik

Mit einer Einwohnerzahl von 120.000 gehört Reykjavik zu den kleinsten Hauptstädten Europas. Hier ragen kaum Hochhäuser in den Himmel, Verkehrsstaus sind eine Seltenheit, und Hektik fehlt völlig.

Immer wenn ich in einer Stadt bin, die ich noch nicht kenne, suche ich mir den höchsten Punkt aus, um mir einen ersten Überblick zu verschaffen. In Reykjavik ist es die spiegelnde Glaskuppel Perlan auf dem 61 Meter hohen Waldhügel Öskjuhlíð. Das ungewöhnlichste Gebäude der Stadt befindet sich auf sechs Aluminiumtanks mit insgesamt 20 Millionen Liter Heißwasser, mit denen Reykjavik beheizt wird. Auf dem gigantischen Aussichtsdeck rings um die Kuppel bietet sich ein herrlicher Rundumblick über die Stadt und ihre bunten Häuser.

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Mit dem Bus Nr. 18 fahre ich ins Zentrum zurück. Mein nächstes Ziel ist der Alte Hafen, Ausgangspunkt für die dreistündige Whale Watching Tour. Da es gerade anfängt zu regnen, wird die Tour abgesagt. Deshalb schaue ich mir die Wale nun im Trockenen in Europas größtem Walmuseum am Hafen an. Ausgestellt sind 23 lebensgroße Modelle sämtlicher Walarten, die in den Gewässern rund um Island zuhause sind. Fast das komplette Interieur ist blau. Ich habe fast das Gefühl, auf dem Meeresgrund zu gehen und den Walen beim Schwimmen zuzusehen. Da es immer noch regnet, fahre ich mit dem Taxi ins Zentrum zur Siedlungsausstellung 871 ± 2, die Ausgrabungen von dem ältesten Gehöft des Landes zeigt. Vermutlich stammt es aus dem Jahr 871, plus minus 2 Jahre. Die Überreste der Bauten befinden sich genau dort, wo sie gefunden wurden – unter einem Hotel in der Aðalstræti, der ältesten Straße der Stadt. Reykjavik, wie es zu Zeiten der Wikinger ausgesehen hat. Die multimediale Ausstellung hat sehr viele Preise gewonnen.

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Die Konzert- und Kongresshalle „Harpa“ dominiert den Hafen.

Zeit zum Mittagessen. Seafood- und Fischrestaurants gibt es jede Menge. Aber wo bekomme ich vegetarisches/veganes Essen? Ich ziehe mein iPhone aus der Tasche, gehe ins Internet und konsultiere „happycow.net“. Groß ist die Auswahl nicht. Ich entscheide mich für das „Kaffi Vinyl“ in der Hverfisgata, das Café und Plattenladen gleichzeitig ist, esse eine leckere Lasagne und höre dabei Jazz auf Vinyl. Es hat aufgehört zu regnen. Ich schlendere ziellos durch die Straßen, stöbere in Läden der Shopping-Meilen Laugavegur und Bankastræti, komme an der hölzernen Jugendstilvilla Höfði vorbei, in der die damaligen Präsidenten Michail Gorbatschow und Ronald Reagan ein Gipfeltreffen abhielten und stehe irgendwann vor dem Wahrzeichen der Stadt – der eigenartigen Hallgrímskirkja, deren Architektur die charakteristischen Elemente der isländischen Landschaft widerspiegeln soll – die Basaltsäulen der Steilküste, das Weiß der Gletscher. Drinnen gibt es einen Fahrstuhl, mit dem man zum 73 Meter hohen Turm hinauffahren kann. Leider ist er heute außer Betrieb. Es hat wieder zu regnen angefangen. Noch ein Museum? Wozu habe ich einen Mietwagen in Reykjavik? Ich laufe zum Hotel zurück, hole meine Badesachen und fahre mit dem Auto zur 50 km entfernten Blauen Lagune der Halbinsel Reykjanes.

Blaue Lagune

Das Thermalfreibad, das von Lavafeldern und schwarzen Sandstränden umgeben ist, ist durch den Betrieb eines nahe gelegenen Geothermiekraftwerk entstanden und heute eines der berühmtesten Naturphänomene Islands. Das Bad in einem der 42° warmen Hot Pots der Lagune ist genau das Richtige bei diesem Wetter! Die Pools sind zwar gut besucht, ich finde aber trotzdem eine ruhige Ecke und entspanne die nächsten zwei Stunden mit einem Buch. Die perfekte Art, den Tag ausklingen zu lassen.

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Info:

Mietwagen in Reykjavik <– hier klicken und Stationen finden.

Anreise: Die Flugzeit nach Reykjavik beträgt 3,5 Stunden. Icelandair bietet günstige Nonstop-Flüge ab Frankfurt und München an.

Der Beitrag wurde von der Autovermietung Avis gesponsert.

Im Reich der Lavawüsten und Geysire

Die Südküste Islands fasziniert mit einer dramatischen Küstenlinie, schwarzsandigen Stränden, fauchenden Geysiren, gigantischen Wasserfällen und weiten, schwarzen Lavalandschaften, die einen eindrucksvollen Kontrast zu den gewaltigen weißen Gletschern im Hintergrund bilden.

Regengüsse wälzen sich über den tiefschwarzen Strand von Reynisfjara, hierhin und dorthin, kreuz und quer. Der Regen klatscht mir wie eine Ohrfeige ins Gesicht. Er ist unberechenbar und kommt ebenso wie der Wind aus immer neuen Himmelsrichtungen. Mächtige Wellen brechen am Strand. Ich flüchte in Richtung der mit Höhlen durchzogenen Klippen.

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Nicht weit vom Strand ragen die imposanten Basaltfelsen von Reynisdrangar aus dem Meer, bei denen es sich nach einer Legende um verzauberte Trolle handeln soll. Das Wetter in Island ist unberechenbar.

2 Basaltfelsen

Nur wenige Busminuten später, am Gulggafoss-Wasserfall bei Kirkjubæjarklaustur, zeichnet es sich durch das Fehlen von allem aus: von Regen, von Sonne, von Licht, von Dunkel, von Wolken, von Himmel. Der Tag ist so grau wie die karge Landschaft ringsum. Wasserfälle gibt es auf der Insel zu Hunderten in allen Formen und Größen. Der Gulggafoss ist mit 45 Metern Höhe einer der kleineren Fälle.

3 Gulggafoss

Der Kleinbus setzt sich Richtung Gullfoss in Bewegung. In der Ferne ragt die Eiskappe des Eyjafjallajökulls in den Himmel. Unter dem Gletscher mit dem unaussprechlichen Namen liegt der Vulkan Eyjafjalla, der bei seinem letzten Ausbruch im Frühjahr 2010 mit seinen gigantischen Aschewolken den Flugverkehr in Europa mehrere Tage lang lahmlegte. Kein anderes Fahrzeug ist weit und breit zu sehen. Kein Wanderer, der unterwegs ist. Fast fühlt es sich an, als befände man sich am Ende der Welt. „Über 90 Prozent der Gesamtbevölkerung der Insel lebt in Städten, mehr als die Hälfte der Einwohner im Großraum Reykjavik“, erklärt der Journalist und Buchautor Arthúr Bollason, der für uns als Tourguide fungiert.

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Arthúr Bollason

Mit drei Einwohnern pro Quadratkilometern ist Island das am dünnsten besiedelte Land Europas. Nur noch wenige Menschen wohnen auf dem abgelegenen Land, denn die raue Natur und die Lavawüsten bieten keine günstigen Bedingungen für die Landwirtschaft. Nur ein Prozent der Vulkaninsel ist kultiviert und wird für den Anbau von Getreide und anderen Feldfrüchten genutzt. Wieder regnet es. Der Himmel ist dunkelgrau, beinah schwarz. So, wie die schaurig schöne Lavalandschaft, die am Fenster vorbeizieht. Unvermittelt muss ich an die Krimis von Arnaldur Indriðason denken. Schaffen Klima, Landschaft und Einsamkeit diese schwermütige Grundstimmung, die er seinen Werken verpasst?

Hekla

Die fast 1500 Meter hohe Hekla kommt in Sicht, die zu den drei aktivsten Vulkanen der Insel gehört. Aufgrund ihrer verheerenden Ausbrüche galt sie bis ins 18. Jahrhundert als Tor zur Hölle. „Einer Sage nach versprach Saemundur der Gelehrte einst einer Hexe in Sachsen die Ehe, hielt sein Versprechen jedoch nicht ein. Um sich zu rächen schickte die Hexe ihm ein vergoldetes Kästchen nach Island. Da Saemundur aber die Absicht der Hexe ahnte, ritt er mit dem Kästchen auf den Gipfel der Hekla und warf es dort in eine Felsspalte, und es heißt, von dort habe das Feuer der Hekla seinen Ursprung“, tönt Arthúrs Stimme aus dem Mikrofon. Der letzte Ausbruch der Vulkandame war im Jahr 2000.

4 GullfossDer Regen will nicht nachlassen. Der Weg vom Parkplatz hinunter zum mächtigen Gullfoss-Wasserfall ist glitschig und eisiger Wind dringt durch sämtliche Kleiderschichten. Mit Getöse und Brausen stürzt das Wasser des Gletscherflusses Hvítá über zwei gewaltige Kaskaden in eine 2,5 Kilometer lange und 70 Meter tiefe Schlucht. Am Ende des Weges befindet sich ein Felsvorsprung, auf der man der oberen Kaskade sehr nahe kommt. Das Tosen der Wassermassen ist hier so laut, dass man kein anderes Geräusch mehr vernimmt. Zwei japanische Touristinnen kämpfen mit ihren Schirmen. Der Wind treibt den Regen in alle Richtungen, der Sprühnebel besorgt den Rest. Dagegen hält kein Schirm stand.

5 Heisse Quelle

Der Gulfoss liegt zwölf Kilometer entfernt vom Haukadalur-Tal, das für seine heißen Quellen und Geysire bekannt ist. Der Regen hat aufgehört, der Himmel ist plötzlich so blau, als wäre man auf einer Sonneninsel. Auf dem Weg zum Geysirfeld steigen unentwegt heiße Dämpfe aus Erdlöchern in den Himmel auf, die Luft riecht nach Schwefel. Auf angelegten Wegen kann man zwischen den Geysiren und heißen Quellen umherwandern und in den flachen, dampfenden Wasserbecken aus Lavagestein, in denen es blubbert wie in einer Hexenküche, die Aktivität der heißen Quellen beobachten. Neben den Wasserbecken finden sich zahlreiche tiefe Löcher aus denen 100 Grad heißes Wasser an die Oberfläche sprudelt.

6 Litli

Im Tal gibt es etwa dreißig kleinere Geysire und heißen Quellen, wobei der Litli der beliebteste Geysir ist. Er spuckt zwar keine hohe Fontäne, bricht aber zuverlässig alle paar Sekunden aus. Die höchste Fontäne spuckt der etwas weiter entfernte Strokkur. Seine Ausbrüche erfolgen im Abstand von acht bis zehn Minuten und wenn man Glück hat, gleich dreimal kurz hintereinander.

7 Strokkur

Zwischen den Eruptionen passiert nicht viel, aber mit jedem Blubbern und Zischen im Wasser steigt die Spannung bei den Umstehenden, die mit dem Finger auf dem Auslöser ihrer Kameras darauf warten, dass jeden Moment eine 25 bis 35 Meter hohe Fontäne aus heißem Dampf und Wasser in die Luft geschleudert wird. Im nahe gelegenen Geysir Center informiert eine Multimediashow über die Geologie der Region.

Die Isländer nutzen die geothermische Energie, um Gewächshäuser zu beheizen, in denen Blumen, Gemüse und exotische Früchte wachsen. Eines der schönsten Gewächshäuser, das gleichzeitig als Restaurant fungiert, ist das Fridheimar in Bláskógabyggð, in dem verschiedene Tomatensorten angebaut werden.

8 Fridheimar

In der Küche dreht sich natürlich alles um die aromatische Frucht. Am Büffet steht ein riesiger Topf mit köstlicher Tomatensuppe, in einem Korb liegen mehrere Sorten frisch gebackenen Brotes. Zum Nachtisch gibt es Tomateneis. Im Fridheimar-Shop werden grüne und rote Tomatenmarmeladen, Tomatenschnaps und andere Leckereien aus Tomaten verkauft.DSC_0232

In Zeiten, als Backöfen wenig verbreitet waren, nutzte man in Island die heißen Quellen zum Brotbacken. Heute dient diese Art der Zubereitung eher als Touristenattraktion. Neben der Therme Fontana am See Laugarvatn wird am Ufer täglich ein Brot aus dem Sand gebuddelt, das 24 Stunden zuvor im Topf direkt über einer heißen Quelle vergraben und dort bei 90 bis 100 Grad gebacken wurde.9 Lauggarvatn Serviert wird das dunkle, sehr süße Brot im Fontana Café. Vor den großen Fenstern des Cafés ziehen dunkle Wolken vorüber. Das Wetter auf der Insel ändert sich kilometerweise.

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„An kalten und regnerischen Tage beschließen wir Isländer den Tag in einem Hot Pot“, erklärt Arthúr. Von denen gibt es auf der Insel aufgrund der vulkanischen Aktivitäten eine beträchtliche Anzahl. Berühmtester Hot Pot ist die Badeanstalt der Blauen Lagune, die umschlossen von Lava auf der Halbinsel Reykjanes liegt. Ursprünglich ein Auffangbecken für die heiße, salzige Lauge, die ein Geothermalkraftwerk aus 2000 Metern Tiefe zutage fördert, ist sie heute ein Badezentrum, dessen milchigblaues, 40 Grad warme Wasser durch seinen Reichtum an Mineralien Heilkraft besitzt.

Blaue Lagune

Die Blaue Lagune eignet sich perfekt für den Auftakt und den Abschluss einer Islandreise, da sie zwischen dem Flughafen in Keflavik und der Hauptstadt Reykjavik liegt. „Wenn der Besucher sich in einen Hot Pot setzt, bekommt er etwas von der isländischen Stimmung mit und kommt leicht ins Gespräch mit den Einheimischen. Wir Isländer sind sehr gesprächsfreudig und neugierig“, sagt Arthúr lachend.

Info: Die Flugzeit nach Reykjavik beträgt 3,5 Stunden. Icelandair bietet günstige Nonstop-Flüge ab Frankfurt und München an. Ab Reykjavik können mehrere Städte in Nordamerika angeflogen werden und ein Stopover in Island bis zu 7 Tage ist ohne Aufpreis möglich. Weitere Infos auf www.icelandair.de

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Die Autorin war auf Einladung von Iceland Air in Island.

Tipps für einen Stopover in Reykjavik

Fliegt man über Reykjavik in die USA oder nach Kanada, bietet sich ein Stopover in der nördlichsten Hauptstadt der Welt nicht nur zum Umsteigen an. Der isländische Journalist und Reisebuchautor Arthúr Bollason, der zahlreiche Bücher über sein Land veröffentlicht hat, gab mir Tipps für einen 24-stündigen Aufenthalt.

 „Ein Muss am ersten Morgen ist die Aussichtsplattform auf dem Heißwasserspeicher Perlan“, sagt Arthúr. Die spiegelnde Glaskuppel Perlan, die sich auf sechs Aluminiumtanks mit insgesamt 20 Millionen Liter Heißwasser befindet, ist das ungewöhnlichste Gebäude der Stadt.

Der Heißwasserspeicher Perlan.
Der Heißwasserspeicher Perlan.

Auf dem gigantischen Aussichtsdeck rings um die Kuppel bietet sich ein herrlicher Rundumblick über Reykjavik, der einen ersten Überblick über die Stadt vermittelt. „Mit etwas Glück kann man abends von hier oben sogar Nordlichter sehen“, so Arthúr.

(Wo: Öskjuhlíð, tgl. 10-22 Uhr, Bus Nr. 18)

„Wer in Reykjavik ist, sollte zumindest eine kleine Whale Watching Tour mitmachen“, empfiehlt Arthur. Die kleine Tour dauert drei, die große fünf bis acht Stunden. Die Boote fahren ganzjährig, je nach Anbieter und Jahreszeit, zwischen 9 und 17 Uhr zur Faxaflói-Bucht außerhalb von Reykjavik. Warme Overalls werden an Bord kostenlos zur Verfügung gestellt, heiße Getränke und Snacks gibt es gegen Bezahlung in der Kaffeelounge.

(Wo: Die Anbieter, z.B. Life of Whales, befinden sich im Alten Hafen. Preis pro Person 9000 Kronen, umgerechnet ca. 63€)

Walmuseum

„Die Zeit, die zwischen Perlan und der Whale Watching Tour zur Verfügung steht, sollte man mit dem Besuch im Walmuseum verbringen“, rät der gebürtige Reykjaviker. In Europas größtem Walmuseum, das im August 2014 im Hafen seine Tore öffnete, sind 23 Walmodelle in Originalgröße ausgestellt – sämtliche Walarten, die in den Gewässern rund um Island zuhause sind. Fast das komplette Interieur ist blau. Besucher sollen das Gefühl haben, auf dem Meeresgrund zu laufen und den Walen beim Schwimmen zuzusehen.

(Wo: Fiskislóð 23, täglich geöffnet, Winter 10-17 Uhr, Sommer 10-18 Uhr)

Ein Highlight nach dem Whale Watching ist die Siedlungsausstellung 871 ± 2, die sich unter einem Hotel in der Stadtmitte befindet und Ausgrabungen von dem ältesten Gehöft, das im Land gefunden wurde zeigt, vermutlich aus dem Jahr 871, plus minus 2 Jahre. „Eine multimediale Ausstellung, die sehr viele Preise gewonnen hat und die man keinesfalls versäumen sollte. Man läuft durch Reykjavik, wie es zu Zeiten der Wikinger ausgesehen hat“, erklärt Arthúr.

(Wo: Landnámssýningin, Aðalstræti 16, neben dem Hotel Reykjavik Centrum, tgl. 9-20 Uhr)

Wer die Whale Watching Tour erst am späteren Nachmittag machen möchte, sollte zuerst zur Siedlungsausstellung und danach zum Mittagessen gehen.

Im Sea Baron sitzt man auf alten Heringstonnen.
Im Sea Baron sitzt man auf alten Heringstonnen.

Es gibt eine große Auswahl an Restaurants im Zentrum. Empfehlenswert wäre eines der zahlreichen Seafood-Restaurants, die preiswerte Mittagsangebote haben, wie zum Beispiel die Fish Company. Oder man macht etwas Originelles und geht zum Sea Baron am Hafen, wo man auf alten Heringstonnen sitzt und Hummersuppe isst.

(Wo: Sea Baron – isländischer Name Saegreifinn – Geirsgata 8 im Alten Hafen, Winter 11:30-22:00, Sommer 11:30-23:00, Fish Company, Vesturgötu 2a, Mo-Fr 11:30-14:30 und 17:30-23:30, Sa-So 17:30-23:30)

Arthúr Bollason
Arthúr Bollason

Wenn noch etwas Zeit bis zum Whale Watching bleibt, lohnt sich ein Spaziergang durch das alte Steindorf oberhalb der Stadtmitte. Oder man besucht Arthúrs Lieblingsort in Reykjavik, den Botanischen Garten, in dem er auch Kaffee trinken geht. Mitten im Botanischen Garten steht das Kaffeehaus Flóran in einem Gewächshaus mit Pflanzen, die auf Island wachsen.

Ein Kneipenbummel gehört zu einem Aufenthalt in Reykjavik. Die Tipps von Arthùr: „Besonders donnerstag- bis sonntagabends ist in den Kneipen sehr viel los. Ein sehr populärer Treffpunkt ist die Bar im Hotel Marina am Hafen bei der großen Werft. In der Haupteinkaufsstraße gibt es zahlreiche Bars.

Kaffeebar

Wer die Sängerin Björk mag, trifft sie eventuell in ihrer eigenen Bar. Sie ist Mitbesitzerin der Bar Kaffibarinn. Wenn sie in der Stadt ist, ist sie auch dort. Szenen aus dem Film 101 Reykjavik spielen in der Bar und machten sie zur Legende“.

Arthurs Geheimtipp ist die kleine Kaldi-Bar, wo sich Medienleute treffen. Kaldi ist der Name eines Bieres, die Kneipe wird von der Brauerei betrieben.

(Wo: Kaffibarinn, Bergstaðastræði 1, Mo-Do und So 16:30-1:00, Fr-Sa 16.30-4:30, Kaldi Bar, Laugavegur 20b, tgl. 12:00-1:00, Fr/Sa bis 3:00)

Tipp fürs Wochenende

Wer am Samstag oder Sonntag in Reykjavik ist, sollte unbedingt auf den Flohmarkt im alten Zollgebäude gehen. In der Halle gibt es alles vom getrockneten Stockfisch bis hin zu Büchern, Kleidung und alten Vinylplatten. „Der Flohmarkt bietet einen sehr guten Einblick in die isländische Volksseele“, so Arthur.

(Wo: Altes Zollgebäude in der Nähe vom Hafen, Sa und So 10-17 Uhr)

Am letzten Morgen: Blaue Lagune

Ob die Reise nun weiter nach Nordamerika oder zurück nach Deutschland geht, ein Muss auf der Fahrt zum Flughafen ist die Blaue Lagune, die auf der Halbinsel Reykjanes näher am Flughafen als in Reykjavik liegt. Das Thermalfreibad, das von Lavafeldern und schwarzen Sandstränden umgeben ist, ist durch den Betrieb eines nahe gelegenen Geothermiekraftwerk entstanden und ist heute eines der berühmtesten Naturphänomene Islands. Das Bad in einem der 40 Grad warmen Hot Pots der Lagune bildet zu jeder Jahreszeit den perfekten Abschluss eines Island-Besuches.

Blaue Lagune

„Ob Sommer oder Winter, hier geht man fast täglich in die Hot Pots. Wenn der Besucher sich dazu setzt, bekommt er etwas von der Stimmung mit und kommt leicht ins Gespräch mit den Einheimischen. Wir Isländer sind sehr gesprächsfreudig und neugierig“, sagt Arthúr lachend und empfiehlt die Blaue Lagune zum Einstieg eines Island-Aufenthaltes. Also, bevor es vom Flughafen ins Hotel geht, sollte man nach Reykjanes abbiegen und eine Stunde in der Blauen Lagune verbringen.

(Wo? Reykjanes, 23 km vom Flughafen Keflavik. Ab dem Flughafen verkehren stündlich Busse zur Blauen Lagune, Öffnungszeiten: 1. Jan-31. Mai 9-20 Uhr, 1. Jun-31 Aug 8-22 Uhr, 1.-30. Sep 8-20 Uhr, 1. Okt-31. Dez 9-20 Uhr)

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Info: Die Flugzeit nach Reykjavik beträgt 3,5 Stunden. Icelandair bietet Nonstop-Flüge ab Frankfurt und München an. Ab Reykjavik können mehrere Städte in Nordamerika angeflogen werden und ein Stopover in Island bis zu 7 Tage ist ohne Aufpreis möglich. Weitere Infos auf www.icelandair.de

Icelandair Boeing 757-200 photographed on November 4, 2007 from Clay Lacy Astrovision Learjet.

Die Autorin war auf Einladung von Icelandair in Island.