März 15

Streifzüge durch Reykjavik

Mit einer Einwohnerzahl von 120.000 gehört Reykjavik zu den kleinsten Hauptstädten Europas. Hier ragen kaum Hochhäuser in den Himmel, Verkehrsstaus sind eine Seltenheit, und Hektik fehlt völlig.

Immer wenn ich in einer Stadt bin, die ich noch nicht kenne, suche ich mir den höchsten Punkt aus, um mir einen ersten Überblick zu verschaffen. In Reykjavik ist es die spiegelnde Glaskuppel Perlan auf dem 61 Meter hohen Waldhügel Öskjuhlíð. Das ungewöhnlichste Gebäude der Stadt befindet sich auf sechs Aluminiumtanks mit insgesamt 20 Millionen Liter Heißwasser, mit denen Reykjavik beheizt wird. Auf dem gigantischen Aussichtsdeck rings um die Kuppel bietet sich ein herrlicher Rundumblick über die Stadt und ihre bunten Häuser.

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Mit dem Bus Nr. 18 fahre ich ins Zentrum zurück. Mein nächstes Ziel ist der Alte Hafen, Ausgangspunkt für die dreistündige Whale Watching Tour. Da es gerade anfängt zu regnen, wird die Tour abgesagt. Deshalb schaue ich mir die Wale nun im Trockenen in Europas größtem Walmuseum am Hafen an. Ausgestellt sind 23 lebensgroße Modelle sämtlicher Walarten, die in den Gewässern rund um Island zuhause sind. Fast das komplette Interieur ist blau. Ich habe fast das Gefühl, auf dem Meeresgrund zu gehen und den Walen beim Schwimmen zuzusehen. Da es immer noch regnet, fahre ich mit dem Taxi ins Zentrum zur Siedlungsausstellung 871 ± 2, die Ausgrabungen von dem ältesten Gehöft des Landes zeigt. Vermutlich stammt es aus dem Jahr 871, plus minus 2 Jahre. Die Überreste der Bauten befinden sich genau dort, wo sie gefunden wurden – unter einem Hotel in der Aðalstræti, der ältesten Straße der Stadt. Reykjavik, wie es zu Zeiten der Wikinger ausgesehen hat. Die multimediale Ausstellung hat sehr viele Preise gewonnen.

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Die Konzert- und Kongresshalle „Harpa“ dominiert den Hafen.

Zeit zum Mittagessen. Seafood- und Fischrestaurants gibt es jede Menge. Aber wo bekomme ich vegetarisches/veganes Essen? Ich ziehe mein iPhone aus der Tasche, gehe ins Internet und konsultiere „happycow.net“. Groß ist die Auswahl nicht. Ich entscheide mich für das „Kaffi Vinyl“ in der Hverfisgata, das Café und Plattenladen gleichzeitig ist, esse eine leckere Lasagne und höre dabei Jazz auf Vinyl. Es hat aufgehört zu regnen. Ich schlendere ziellos durch die Straßen, stöbere in Läden der Shopping-Meilen Laugavegur und Bankastræti, komme an der hölzernen Jugendstilvilla Höfði vorbei, in der die damaligen Präsidenten Michail Gorbatschow und Ronald Reagan ein Gipfeltreffen abhielten und stehe irgendwann vor dem Wahrzeichen der Stadt – der eigenartigen Hallgrímskirkja, deren Architektur die charakteristischen Elemente der isländischen Landschaft widerspiegeln soll – die Basaltsäulen der Steilküste, das Weiß der Gletscher. Drinnen gibt es einen Fahrstuhl, mit dem man zum 73 Meter hohen Turm hinauffahren kann. Leider ist er heute außer Betrieb. Es hat wieder zu regnen angefangen. Noch ein Museum? Wozu habe ich einen Mietwagen in Reykjavik? Ich laufe zum Hotel zurück, hole meine Badesachen und fahre mit dem Auto zur 50 km entfernten Blauen Lagune der Halbinsel Reykjanes.

Blaue Lagune

Das Thermalfreibad, das von Lavafeldern und schwarzen Sandstränden umgeben ist, ist durch den Betrieb eines nahe gelegenen Geothermiekraftwerk entstanden und heute eines der berühmtesten Naturphänomene Islands. Das Bad in einem der 42° warmen Hot Pots der Lagune ist genau das Richtige bei diesem Wetter! Die Pools sind zwar gut besucht, ich finde aber trotzdem eine ruhige Ecke und entspanne die nächsten zwei Stunden mit einem Buch. Die perfekte Art, den Tag ausklingen zu lassen.

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Info:

Mietwagen in Reykjavik <– hier klicken und Stationen finden.

Anreise: Die Flugzeit nach Reykjavik beträgt 3,5 Stunden. Icelandair bietet günstige Nonstop-Flüge ab Frankfurt und München an.

Der Beitrag wurde von der Autovermietung Avis gesponsert.

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