Oslo in drei Stunden

Wer zwischen zwei Flügen mehrere Stunden Aufenthalt in Oslo hat, sollte diese optimal nutzen. Die Stadt ist nicht sehr groß, die wichtigsten Sehenswürdigkeiten liegen eng beieinander und mit dem Zug ab Flughafen sind es bis zum Zentrum nur 20 bis 30 Minuten.

10. April. Flughafen Oslo. Ich habe fünf Stunden Zeit bis zu meinem Weiterflug nach Kirkenes. Durch die Scheiben der Ankunftshalle sehe ich einen grauen Himmel und Menschen, die mit Regenschirmen umher hasten.

Oslo
Trotz des Regens gut gelaunt: Jugendliche in der Karl Johanns Gate.

Fünf Stunden am Gate warten oder trotz des ungemütlichen Wetters zu einem kurzen Streifzug in die City? Ich entscheide mich für Letzteres, denn ich kenne Oslo bisher nur aus den Kriminalromanen von Jo Nesbø. Der Flughafen liegt 50 Kilometer nördlich der Stadt, die Fahrt mit der Regionalbahn dauert 30 Minuten. Irgendwie sehen die Landschaften bei Fahrten vom Flughafen ins Zentrum immer gleich aus. Ziemlich trostlos.

Tigerskulptur vor dem Osloer Bahnhof. Sie erinnert daran, dass die Stadt den Beinamen Tigerstaden hat.
Tigerskulptur vor dem Osloer Bahnhof. Sie erinnert daran, dass die Stadt den Beinamen Tigerstaden hat.

Auf dem zweistöckigen Bahnhof in Oslo herrscht geschäftiges Treiben. Jeder hat es eilig. Auf der Suche nach dem Ausgang zum Zentrum werde ich mehrmals angerempelt. Endlich draußen. Es nieselt und es ist kalt. Mein Regenschirm ist in meinem Koffer, der schon nach Kirkenes eingecheckt ist. Egal, zum Fotografieren würde er sowieso nur stören. Ich folge dem Schild „Sentrum“ und befinde mich auch schon in der Karl Johans Gate, dem Prachtboulevard Oslos, der sich vom Hauptbahnhof bis zum königlichen Schloss erstreckt.

Am Ende der Karl Johanns Gate steht das königliche Schloss.
Am Ende der Karl Johanns Gate steht das königliche Schloss.

Hier befinden sich die wichtigsten historischen Bauwerke des Zentrums: Dom, Nationaltheater, Universitätsgebäude, Parlament und das 1874 erbaute Grand Hotel mit dem berühmten Grand Café, zu dessen Stammgästen im 19. Jahrhundert Munch und Ibsen zählten.

Parlament
Parlament

Dass ich direkt vor dem Grand Café stehe merke ich erst, als ich eine außergewöhnliche Skulptur durch meine Kamera fokussiere.

Skulptur vor dem Grand Café.
Skulptur vor dem Grand Café.

Durch die Linse sehe ich das schwarze Schild des Grand Hotels. Soll ich hineingehen oder nicht? Ich liebe alte Kaffeehäuser, aber die Zeit drängt. Zumal ich in einem vegetarisch/veganen Restaurant am Fritjof Nansens Plass essen möchte, das ich am Morgen über den Online-Restaurantführer für Vegetarier und Veganer „Happy Cow“ gefunden habe. Gegenüber vom Café befindet sich das Parlament. Hier endet der erste Teil der ein Kilometer langen Straße, die bisher Fußgängerzone war. Breite Bürgersteige führen bis zum Schloss. Es sieht so nah aus und ist doch so weit. Aber vielleicht kommt mir das nur so vor weil es regnet und ich friere.

Universität Oslo.
Universität Oslo.

Nicht weit vom Grand Hotel steht das Universitätsgebäude, das 1811 nach dem Vorbild der Humboldt-Universität errichtet wurde. Ich überquere die Straße und bin nun am Nationaltheater. Der Bau aus dem späten 19. Jahrhundert ist architektonisch eine Kombination aus Jugendstil, Klassizismus und Neorokoko. Die Statuen vor dem Gebäude zeigen Norwegens bedeutendste Dramatiker Ibsen und Björnson, Verfasser der norwegischen Nationalhymne.

Nationaltheater Oslo.
Nationaltheater Oslo.
Pavillon beim Nationaltheater.
Pavillon beim Nationaltheater.

Der Regen wird stärker, meine Hände sind fast Eiszapfen. Dummerweise habe ich keine Handschuhe dabei. Die sind im Koffer, wie der Schirm. Ich gehe zum Fritjof Nansens Plass hinüber und suche nach dem vegetarischen Restaurant. The Fragrance of the Heart heißt es. Ich trete ein. Es ist klein, gemütlich und gut besucht. Ich zwänge mich an einen kleinen Tisch in der Ecke und bestelle einen Quinoa-Gemüseauflauf. Viel Zeit lasse ich mir beim Essen nicht, denn mir bleiben nur noch eineinhalb Stunden bis zu meiner Rückfahrt zum Flughafen. Ich verlasse das Restaurant und gehe Richtung Hafen.

Osloer Rathaus.
Osloer Rathaus.

Nach wenigen Metern stehe ich vor einem klotzigen dunkelroten Backsteinbau mit einem großen stufenförmigen Brunnen davor. Das Rathaus. Hier wird alljährlich am 10. Dezember der Friedensnobelpreis verliehen. Schön ist es nicht. Es erinnert mich irgendwie an die realsozialistischen Gebäude in der ehemaligen DDR.

Kunst am Osloer Rathaus.
Kunst am Osloer Rathaus.

Ich steige die Stufen hinauf zum Eingang und zur großen Halle. Die Besichtigung ist kostenlos. Ringsum an den Wänden wird die Geschichte und Kultur des Landes in monumentalen Gemälden dargestellt.

Wandmalereien im Osloer Rathaus.
Wandmalereien im Osloer Rathaus.

Aus dem wandgroßen Fenster am Ende der Halle habe ich einen herrlichen Blick über den Hafen und den Oslofjord. Wie viel schöner wäre der Ausblick bei blauem Himmel!

Der Blick über den Hafen ist an diesem regnerischen Tag eher trist.
Der Blick über den Hafen ist an diesem regnerischen Tag eher trist.

Ich schaue auf die Uhr. Leider reicht die Zeit nicht mehr, um zum Holmenkollen hinauf zu fahren, der mir aus Nesbøs Kriminalromanen so vertraut ist. Ich mache einen kurzen Abstecher im Tourist Office, das nur wenige Meter neben dem Rathaus liegt. Dort erfahre ich, dass es jeden Dienstag um 17 Uhr „Harry Hole Walks“ in Oslo gibt. Leider ist heute Donnerstag und 17 Uhr wäre sowieso zu spät. Beim Harry Hole Walk führen zwei Oslo-Guides Fans von Nesbø durch Harry Holes Universum: Karl Johans Gate (zumindest die habe ich gesehen), Egertorget, Gerichtshof, St. Olavs Platz, Vår Frelsers Gravlund, Sofies Gate, Restaurant Schrøder und Underwater Pub. Ein zweiter Oslo-Besuch steht auf meiner Reiseliste nun ganz weit oben denke ich, als ich im strömenden Regen zum Bahnhof zurück marschiere.Regen in Oslo

INFO

Züge vom Flughafen Oslo ins Zentrum: NSB Regionalzug bis Station Oslo S (Hauptbahnhof). Einfach-Ticket 90 NOK (ca. 11 Euro). Fahrzeit 30 Minuten. Der Zug fährt alle 20 Minuten. Linien L12, R10.

Flytoget Airport Express Train bis Station Oslo S, Fahrzeit 20 Minuten. Einfach-Ticket 170 NOK (ca. 21 Euro). Der Zug fährt alle 10 Minuten.

Essen:The Fragrance of the Heart (vegetarisch/vegan), Fritjof Nansens Plass 2.

Touristeninformation Oslo: Roald Amundsens Gate (am Rathaus). Kostenloser Internetzugang. Öffnungszeiten: Mai bis September Mo-So 9-18 Uhr, Oktober bis April Mo-So 9-16 Uhr.

Die Autorin nahm an der Hurtigruten-Pressereise „Norwegen hautnah und authentisch – 50 Jahre MS Lofoten“ im April 2014 teil.

Möwen vor dem Osloer Bahnhof.
Möwen vor dem Osloer Bahnhof.

Kirkenes – Dreiländereck in der Finnmark

Kirkenes, das Tor zur Barentssee, ist der letzte Hafen Richtung Norden und Wendepunkt der Hurtigrutenschiffe. Aufgrund der Grenze zu Russland und Finnland ist die Stadt multikulturell geprägt. Auf den Straßen wird nicht nur Norwegisch, sondern auch Russisch, Finnisch und Samisch gesprochen. Größte Attraktion des Ortes ist das Schneehotel.

9. April. Anflug auf Kirkenes. Die Abendsonne taucht die schneebedeckten Felsen unter uns in rotes Licht. Als wir das Flugzeug verlassen, schlagen uns ein eisiger Wind und -10 Grad entgegen. Der Flughafen ist winzig, Passagiere laufen die wenigen Meter vom Flugfeld zur Ankunftshalle. Vor dem Flughafengebäude wartet schon der Bus, der uns ins Rica Arctic Hotel bringt. Die Straße, die in das zehn Kilometer entfernte Städtchen Kirkenes führt, schlängelt sich über schneebedeckte Hügel. Außer Schnee sehen wir nicht viel von der Landschaft. Es ist dunkel. Der Bus stoppt vor dem Hotel im Zentrum. Leere Straßen ringsum, durch die ein eisiger Wind fegt. Kein Mensch ist unterwegs, in den Häusern brennen keine Lichter. Sind wir tatsächlich im Zentrum oder am Ende der Welt?

Blick auf Kirkenes und den Fjord.
Blick auf Kirkenes und den Fjord.

10. April. Klirrende Kälte. Eis und Schnee behalten hier in der Finnmark bis in den Mai hinein die Oberhand. Das Kirkenes Schneehotel hat uns zu einer Stadtrundfahrt und einer Besichtigung des frostigen Ambientes eingeladen. Im Gegensatz zum vorigen Abend sind die Straßen heute Morgen etwas belebter. Die Beschriftungen auf den Straßenschildern sind zweisprachig, norwegisch und russisch. Nur zehn Kilometer trennen Kirkenes von Russland. Russen von der Halbinsel Kola und ihrer arktischen Metropole Murmansk kommen regelmäßig zu Shopping-Trips in das kleine Städtchen. Ein spezielles Visum macht es möglich. Der Einkaufstourismus boomt, denn die Preise für Bekleidung sind weit niedriger als in Russland. Viele Verkäufer sind zweisprachig. 15 Prozent der Einwohner sind russisch.

KirkenesVon einem Aussichtspunkt blicken wir über die Stadt. Schön ist sie nicht. Sie ist recht schmucklos. „Kirkenes, Epizentrum der Trostlosigkeit“, habe ich neulich irgendwo gelesen. Einzig schön ist der Blick auf den Fjord. Die 3.400 Einwohner leben von Fischfang, Eisenerzabbau und Tourismus. Touristen kommen zu Hundeschlittentouren, zur Schneemobil-, Nordlicht-, und Königskrabbensafari und zur Übernachtung im Schneehotel vor den Toren der Stadt.

Eingang zum Schneehotel Kirkenes.
Eingang zum Schneehotel Kirkenes.

Wie ein überdimensionales Iglu liegt das Schneehotel vor uns. Es wird jedes Jahr neu gebaut und ist vom 20. Dezember bis 20. April geöffnet. Durch ein blaues Holztor treten wir in die eisige Lobby mit der größten Eisbar Norwegens und kunstvoll geschnitzten Eisskulpturen. „Für die Bar und die Skulpturen schlagen wir über 20 Tonnen Eisblöcke aus den hiesigen Seen“, erklärt Thomas, Organisationsmanager des Hotels. Zum Empfang reicht er uns einen eisigen Drink aus Krähenbeeren, der recht lecker schmeckt.

Lobby im Schneehotel.
Lobby im Schneehotel.
Eisbar im Schneehotel.
Eisbar im Schneehotel.

Die 20 Eis-Suiten liegen rechts und links eines langen Ganges. Eistunnel, nenne ich ihn. Statt Türen befinden sich an den Eingängen dicke Samtvorhänge. Zur optimalen Luftzirkulation, erfahren wir.

Eisiger Korridor des Schneehotels.
Eisiger Korridor des Schneehotels.

Auf den eisigen Betten liegen Thermomatratzen und Kissen. Ich fasse sie an. Sie sind eiskalt. Geschlafen wird im Schlafsack auf dem frostigen Lager. „Man erfriert nicht, wenn man hier übernachtet. Unsere Gäste tragen einen speziellen Trainingsanzug, eine Mütze und dicke Socken im Schlafsack, der Temperaturen bis minus 35 Grad standhält“, erklärt Thomas.

Zimmer im Schneehotel.
Zimmer im Schneehotel.

Die konstante Temperatur in den Zimmern liegt bei minus 4 Grad. Könnte ich bei dieser Kälte einschlafen? Wohl kaum. Trage ich doch in unseren weitaus milderen Wintern immer ein Sweatshirt über dem Schlafanzug und an den Füßen dicke Socken. Trotz Heizung. Restaurant, Duschen und Toiletten befinden sich in einem Nebengebäude. Es ist sicher nicht sehr angenehm, in der Nacht aus dem Schlafsack zu kriechen und bei Minusgraden zur Toilette zu gehen, sollte es denn notwendig sein. „Wir hatten tatsächlich einmal einen Gast hier, der fragte, ob die Zimmer offene Kamine hätten. Spaßeshalber habe ich ‚klar doch’ gesagt. Er war dann ziemlich entsetzt, als er in seinem Zimmer keinen fand“, erzählt Thomas lachend. „Irgendwie hat er nicht kapiert, dass Wärme das Eis zum Schmelzen bringt“. Aus welchem Land der Gast kam, will er nicht sagen. „Keine Diskriminierung“, lacht er. Zur Beleuchtung werden LED-Lampen benutzt, die wenig Wärme abgeben. Das Durchschnittsalter der Übernachtungsgäste ist 45, meistens sind es Paare. „Wir hatten aber auch schon mal einen 92jährigen hier“, sagt Thomas. Klar, in Skandinavien steigen ja auch schon mal Hundertjährige aus dem Fenster und verschwinden.

Warme Blockhütte mit Panoramafenster statt Eishotel.
Warme Blockhütte mit Panoramafenster statt Eishotel.

Nicht weit vom Schneehotel stehen Blockhütten mit großen Panoramafenstern. „Die sehen doch weitaus gemütlicher aus als das Eishotel“ sage ich zu Thomas. Sind sie auch, denn sie haben Fußbodenheizung, Bad und Toilette. Mit etwas Glück und einer Tasse Tee in der Hand kann man in einem bequemen Sessel vom Fenster aus Nordlichter beobachten. Man muss dazu gar nicht in die kalten Winternächte hinaus, zumal ein Nordlicht-Alarm die Gäste vorab über das Auftauchen der tanzenden Lichter am Himmel informiert.

Schlittenhunde des Schneehotels Kirkenes.
Schlittenhunde des Schneehotels Kirkenes.

Zum Schneehotel gehört eine Farm mit 150 Schlittenhunden. Neugierig springen ein paar von ihnen von ihren Hütten als sie uns sehen. „Sie genießen die Kälte. Je kälter es ist, desto lieber sitzen und liegen sie auf und vor ihren Hütten. Wenn es im Sommer etwas wärmer wird, leiden sie richtig“, erklärt Thomas. Ein Hundeschlittenführer nähert sich mit einem Schlitten. Aufgeregt springen die Hunde auf und ab und fangen an zu jaulen. Jeder hofft, dass er der Auserwählte für den Schlitten ist. „Am Glücklichsten sind sie, wenn sie am Tag 100 Kilometer laufen dürfen“, sagt Thomas. In kurzen Strecken erreichen die Hunde eine durchschnittliche Geschwindigkeit von bis zu 40 Kilometern die Stunde. Ein erbärmliches Heulen erklingt. Es ist eine Gruppe Hunde, an denen der Schlittenführer vorbeigeht. Sie haben verstanden, dass sie heute nicht zu den Auserwählten zählen und weinen nun. Noch nie habe ich solche Laute von einem Hund gehört. Unsere Zeit ist knapp, das Hurtigrutenschiff wartet, deshalb kommen wir nicht in den Genuss einer Hundeschlittenfahrt.Schlittenhunde Kirkenes

Unser letzter Stopp ist die Andersgrotte. Während der Bombardierungen der Russen im 2. Weltkrieg suchten die Bewohner von Kirkenes Zuflucht in dem ausgesprengten Stollen. Wir laufen ein paar Meter in den schwach beleuchteten Stollen hinein, bis wir zu ein paar Sitzbänken kommen. Das „Kino“ der Andersgrotte. Dort zeigt Thomas uns einen kurzen Film über die Geschichte der Grotte. Im Krieg wurde Kirkenes Opfer seiner nahen Lage zur Sowjetunion. Murmansk, das nur 150 Kiolometer Luftlinie entfernt liegt, war der einzige eisfreie Hafen im europäischen Teil der Sowjetunion und noch nicht unter deutscher Kontrolle. Deshalb schickten die Alliierten Nachschubmaterial für die Rote Armee nach Murmansk, was den Fall Moskaus verhindern sollte. Die Deutschen postierten 30.000 Soldaten in Kirkenes, woraufhin die Russen den Ort Tag und Nacht bombardierten, insgesamt 326 Mal. Zwischen Deutschen und Russen begann ein Krieg bis zur Erschöpfung. Soldaten beider Seiten fielen zu Tausenden im Kampf oder erfroren bei minus 40 Grad. Die Russen zwangen die Deutschen zum Rückzug. Berlin gab nun den Befehl, Kirkenes niederzubrennen. Von 440 Häusern entgingen nur 20 der Zerstörung. „Und eines davon war das Haus meiner Großeltern“, erzählt Thomas. „Mein Großvater weigerte sich, sein Haus zu verlassen und in die Andersgrotte zu gehen. Wie ein Kapitän auf seinem Schiff wollte er mit seinem Haus untergehen. Er und das Haus haben wie durch ein Wunder überlebt“. Nach den 20 Minuten in der Grotte sehne ich mich nach dem warmen Bus. Wie mag es wohl gewesen sein, hier während des Krieges im Winter monatelang auszuharren? Ich bin in kurzer Zeit schon fast zum Eiszapfen erstarrt.

Shcneehotel Kirkenes
Shcneehotel Kirkenes

INFO

Eine Übernachtung im Schneehotel kostet 2450 norwegische Kronen pro Person (ca. 295 Euro). Im Preis inbegriffen sind der Transfer vom Zentrum in Kirkenes, Frühstück, ein dreigängiges Abendessen und Sauna.

Die Übernachtung in einer der Hütten kostet umgerechnet 240 Euro pro Person. Im Preis inbegriffen sind dieselben Leistungen wie beim Schneehotel.

Allgemeine Informationen: http://kirkenessnowhotel.com

Anreise: SAS fliegt mehrmals täglich von Oslo nach Kirkenes. Flugdauer: 2 Stunden. Auf der klassischen Postschiffroute Bergen-Kirkenes-Bergen ist Kirkenes der Wendepunkt.

Die Autorin nahm an der Hurtigruten-Pressereise „Norwegen hautnah und authentisch – 50 Jahre MS Lofoten“ im April 2014 teil.

Unsere Pressegruppe blickt auf Kirkenes hinunter.
Unsere Pressegruppe blickt auf Kirkenes hinunter.
Neben dem Schneehotel liegt der Gabba-Rentierpark.
Neben dem Schneehotel liegt der Gabba-Rentierpark.
Umgebung in Kirkenes.
Umgebung in Kirkenes.

Auf der MS Lofoten von Kirkenes nach Trondheim

Eine Kreuzfahrt auf dem ältesten Schiff der Hurtigruten ist wie eine Reise in die Vergangenheit. Dank der gut erhaltenen Originalausstattung strahlt das Schiff das nostalgische Flair der 1960er Jahre aus. Seit 1964 ist es auf der klassischen Postschiffroute zwischen Bergen und Kirkenes unterwegs und passiert dabei felsige Fjorde, Steilküsten, idyllische Hafenstädte und Insellandschaften. 

Unsere Pressegruppe geht in Kirkenes an Bord der MS Lofoten.
Unsere Pressegruppe geht in Kirkenes an Bord der MS Lofoten.

10. April. Eiskalter Wind treibt mich die steile Gangway hinauf. In Kirkenes, im Osten der Finnmark, herrscht noch tiefster Winter. „Wir haben heute -4°, für uns sind das frühlingshafte Temperaturen“, hat mir am Morgen ein Einheimischer erklärt“. Vier Arten von Winter soll es in der Finnmark geben. Der Sommer schaut nur kurz vorbei. Die MS Lofoten, das älteste Schiff der Hurtigruten, wird uns die nächsten paar Tage beherbergen. Seit sie am 5. März 1964 erstmals in Bergen ablegte, hat sie fast drei Millionen Seemeilen zurückgelegt und 1,25 Millionen Gäste befördert. Das mit 87 Metern Länge und 13 Metern Breite kleinste Schiff der Hurtigruten steht seit 2011 unter Denkmalschutz.MS Lofoten Der Check-in geht schnell vonstatten und wenige Minuten später stehe ich in meiner kleinen Kabine im zweiten Unterdeck. Ich stelle mein Gepäck ab und gehe wieder hinauf, denn ich möchte die Abfahrt des Schiffes nicht versäumen. Auf dem Oberdeck steht der Saxophonspieler Tore Ljøkjel, der die Ausfahrt aus dem Hafen mit einer schaurig schönen Melodie aus Peer Gynt begleitet. Die Klänge verteilen sich im Fjord. Es ist, als würden sie ringsum aus hundert Lautsprechern dringen.

MS Lofoten
Saxophonspieler Tore Ljøkjel.

Der Himmel ist bedeckt, die Luft ist frisch und salzig. Die Kälte treibt mich bald wieder ins Innere des Schiffes, das noch immer das nostalgische Flair der 1960er Jahre ausstrahlt. Große Fenster in den Panoramasalons und im Speisesaal ermöglichen einen ungehinderten Blick über Fjorde, Landschaft und Meer. Auf einer Anrichte in der Cafeteria steht die obligatorische riesige Cremetorte zum 50. Geburtstag des Schiffes. Der Gong zum Mittagessen ertönt. Dieses besteht aus einem Buffet mit einer Vielzahl aus Speisen, bei dem auch ich als Vegetarier nicht zu kurz komme.

Vardø
Vardø

Unser erster Stopp am Nachmittag ist Vardø auf der Insel Vardøya in der Barentssee. Vardø ist die östlichste Siedlung Norwegens und die einzige arktische Stadt des Landes. „Die trostloseste Stadt des Landes“, denke ich, als ich die leeren Straßen und die Massen an Schnee sehe. Irgendwie erinnert mich der Ort mit den kleinen Holzhäusern an Kleinstädte in meiner zeitweiligen Wahlheimat Michigan – mit der Ausnahme, dass in Vardø aufgrund des arktischen Klimas keine Bäume wachsen.

Schneemassen in Vardø.
Schneemassen in Vardø.

Die Insel ist über einen fast drei Kilometer langen Unterwassertunnel mit dem Festland verbunden. Auf einem Hügel steht gut sichtbar eine Kuppel, die das Stadtbild beherrscht. Ein Relikt aus der Zeit des Kalten Krieges. Die Kuppel, ein Radargerät, diente als Frühwarnsystem der NATO. Vardo - FinnmarkAußer den Passagieren der MS Lofoten ist kein Mensch unterwegs. Der einzige Lärm, den man hört, sind unsere Schritte und das Gekreische der Möwen, das schließlich vom Schiffshorn unterbrochen wird. Es ist Zeit, an Bord zurückzukehren.

Museum auf der Festung Vardøhus.
Museum auf der Festung Vardøhus.

In der Nacht finde ich kaum Schlaf. Es ist das erste Mal, dass ich auf einem Schiff übernachte. Abgesehen von der alten Queen Mary im Hafen von Long Beach, die seit Jahren jedoch nicht mehr abgelegt hat. Da es sich bei der MS Lofoten nicht nur um ein Passagier-, sondern auch um ein Frachtschiff handelt, wird an jedem Hafen, den wir anlaufen, be- und entladen. Durch die Vibrationen, die Schrauben- und Ladegeräusche wache ich in den frühen Morgenstunden auf.

Hammerfest
Hammerfest

11. April. Unser erster Stopp am Morgen ist Hammerfest, die nördlichste Stadt Europas und 1891 die erste Stadt Norwegens mit elektrischen Straßenlaternen. Wir haben nur eine Stunde Aufenthalt. Katja vom dortigen Tourist Office hat eine kurze Stadtrundfahrt organisiert und erzählt uns unterwegs alles Wissenswerte über die sich stark entwickelnde Stadt sowie die Kultur und Geschichte der Samen. Vom Aussichtspunkt haben wir einen herrlichen Blick über Hammerfest und den Fjord.

Meridian in Hammerfest.
Meridian in Hammerfest.

Katja ist Deutsche und lebt seit zwei Jahren in Norwegen. „Hier sind Frauen beruflich nicht so benachteiligt wie in Deutschland“, sagt sie. Auch ohne Norwegischkenntnisse fand die studierte Politikwissenschaftlerin sofort eine Stelle in der Turistikbranche. „Mir gefällt es hier im Norden. Nachteilig sind allerdings die schneereichen Winter, wenn man im Hammerfest festsitzt. Bei Eis und Schnee kommt man hier weder mit dem Schiff noch mit dem Flugzeug weg“, erklärt sie. EisbärenclubAm Ende unserer Rundfahrt kommen wir am Eisbärenclub vorbei, den wir aus Zeitgründen leider nicht besuchen können. Trotzdem erhalten wir von Katja ein Zertifikat und ein Eisbärenabzeichen und zählen damit zu den über 230.000 weltweiten Mitgliedern des Clubs.

Hurtigruten-Kapitän Kapitän Eivind Lande.
Hurtigruten-Kapitän Kapitän Eivind Lande.

Nach dem Mittagessen haben wir Gelegenheit, Kapitän Eivind Lande auf der Brücke Fragen zu stellen. Eigentlich ist der 53-jährige Historiker und hat 10 Jahre in diesem Beruf gearbeitet, bevor er sich für ein Leben auf dem Schiff entschied. Nach ein paar Jahren als Tourguide auf diversen Schiffen hat er eine Ausbildung zum Steuermann gemacht. Seit sechs Jahren fährt er auf den Hurtigruten und seit einem Jahr als Kapitän auf der MS Lofoten. Wenig später geht es auf einer Leiter steil hinab in den Maschinenraum. Es ist höllisch laut und riecht nach Öl. Dummerweise habe ich auf Ohrenschützer verzichtet. Jetzt muss ich den Lärm eben aushalten. Es ist eng und ich drücke mich an der Wand entlang, um nicht zu nah an die Maschinen zu kommen.

Maschinenraum der MS Lofoten.
Maschinenraum der MS Lofoten.

Auf dem Weg zum Panoramasalon komme ich an der Rezeption vorbei. Dort sitzt der immer lächelnde Rezeptionschef Snorre Pedersen. Früher war er Koch. Seit sechs Jahren arbeitet der gebürtige Trondheimer in einer 12-Stunden-Schicht auf dem Schiff. Er hat den Beruf gewechselt, weil er das Meer liebt und gerne mit Menschen arbeitet. „Du solltest dich mal mit unseren Stammgast unterhalten. Ein Schwede, er fährt schon seit Jahren auf der MS Lofoten mit und hat immer dieselbe Kabine“, sagt Snorre. Er begleitet mich hinauf in die Cafeteria und zeigt auf einen älteren Mann, der an einem Tisch sitzt und Zeitung liest.

Rezeptionschef Snorre Pedersen.
Rezeptionschef Snorre Pedersen.

Ove Nordenberg ist 77 und bereits zum achten Mal auf dem Schiff. „Meine erste Fahrt ging 1964 von den Lofoten nach Bergen und war meine Hochzeitsreise“, erzählt er. 1983 wiederholte er die Fahrt mit seinem Vater, einem gebürtigen Norweger. Seit 2007 kommt der pensionierte Pfarrer aus Värmland immer wieder an Bord. „Weil die MS Lofoten noch dasselbe Schiff ist wie 1964. Nichts hat sich verändert. Hier kann ich meine Batterien auftanken“, erklärt er und fügt hinzu: „Das Personal ist freundlich, jeder kennt jeden, das Essen ist gut und mein Schlaf hier an Bord ausgezeichnet!“

Stammgast auf der MS Lofoten Ove Nordenberg.
Stammgast auf der MS Lofoten Ove Nordenberg.

Ove Nordenberg ist seit Bergen an Bord und insgesamt 11 Tage unterwegs. Seine Frau ist in Schweden geblieben. „Sie mag Schiffsreisen nicht besonders. Einmal sind wir zusammen mit der MS Norway von San Francisco nach Oslo gereist. Danach hatte sie genug vom Wasser“. Duncan aus Liverpool ist mit seiner Mutter an Bord. Der Mittvierziger war bereits im Jahr zuvor mit der MS Lofoten von Kirkenes nach Bergen unterwegs. „Ich habe mich wieder für die MS Lofoten entschieden, weil es ein so ruhiges Schiff ist. Man fühlt sich hier wie zuhause“, sagt er. „Ich hatte bereits am ersten Tag das Gefühl, ich sei schon ewig an Bord“, bestätigt seine Mutter.

Kneipe in Tromsø.
Kneipe in Tromsø.

Um Mitternacht legen wir in Tromsø an. Die Stadt hat viele Beinamen: Tor zum Eismeer, Tor zur Arktis, nördlichste Universitätsstadt der Welt, Paris des Nordens. Viel sehen wir von der Schönheit der Stadt allerdings nicht, denn es ist dunkel und regnet. Weil es hier die meisten Kneipen Norwegens geben soll, entscheidet sich unsere Gruppe für einen Kneipenbummel. Es ist Freitagabend, die Kneipen sind überfüllt und laut. „Das liegt nicht am Freitag“, sagt Lena, die mit ihrem Freund an der Bar steht. „Wir Tromsøer sind ein soziales Völkchen und verbringen fast jeden Abend in der Kneipe“. „It’s the number one party town in Norway!“ erklärt mir eine Gruppe junger britischer Studenten.

Kirche von Trondenes.
Kirche von Trondenes.

12. April. Wir legen um 8 in Harstad auf der Insel Hinnøya an, nach Spitzbergen die größte Insel vor der Küste Norwegens. Die Stadt ist das Zentrum der Erdöl- und Erdgasförderung in Nordnorwegen. Hauptattraktion ist die Kirche von Trondenes, die nördlichste mittelalterliche Steinkirche Norwegens. Im Mittelalter war sie die zentrale Kirche für ganz Nordnorwegen. Pfarrer Niels Hjort hat einen kurzen Gottesdienst auf Deutsch und Englisch für uns vorbereitet. Wir beten das Vaterunser in zwei Sprachen und singen „Lobe den Herrn“, das ich noch aus dem Religionsunterricht in der Grundschule kenne.

Pfarrer Niels Hjort.
Pfarrer Niels Hjort.

Anschließend besichtigen wir die Wikingerausstellung im Historischen Zentrum, das Teil des Museums Sør Troms ist.

Wikinger im Historischen Zentrum.
Wikinger im Historischen Zentrum.

Dort komme ich mit Ines ins Gespräch, die für das Harstader Tourist Office arbeitet. Sie lebt seit fünf Jahren in der Nähe von Harstad. Als ihre Kinder erwachsen waren, wollte sie einen Neuanfang wagen. Dass sie in Norwegen landete, war Zufall. „Ich hatte einen Vortrag über den Arbeitskräftemangel in der Landwirtschaft in Nordnorwegen gehört und dachte, warum bewerbe ich mich nicht einfach als Landwirtschaftshilfe?“ erzählt sie. Ohne Sprachkenntnisse kam sie ins Land. Da sie in Ostdeutschland mit Russisch als Fremdsprache aufgewachsen ist, konnte sie sich nicht einmal auf Englisch verständigen. „Irgendwie hat die Verständigung aber geklappt. Neben der Arbeit habe ich Norwegisch mit Hilfe von Kinderbüchern gelernt. Für einen Kurs hatte ich gar keine Zeit“, sagt Ines, die mittlerweile sehr gut norwegisch spricht und nach drei Jahren in der Landwirtschaft nun für das Tourist Office arbeitet. Sie ist eine der Tourguides während unserer Busrundfahrt durch die Vesterålen.

Landschaft der Vesterålen.
Landschaft der Vesterålen.

Wie schön muss diese Landschaft im Sommer sein! Über die Insel Hinnøya fahren wir zum Gullesfjord und mit der Fähre nach Sortland, dem Zentrum der Vesterålen, wo wir wieder an Bord der MS Lofoten gehen.

Vesterålen
Vesterålen

Nach dem Mittagessen legen wir in Stokmarknes an, 1893 Geburtsort der Hurtigruten und Standort des Hurtigrutenmuseums. Nach einem Rundgang durch verschiedene Epochen der Schifffahrtslinie treffen wir Sten Engen, den Direktor des Museums. Er ist seit seinem 29. Lebensjahr Kapitän auf den Hurtigrutenschiffen. Nach 25 Jahren auf See wurde er 1993 Direktor des damals neu eröffneten Museums. Zeitweise arbeitete er als Kapitän und Museumsdirektor gleichzeitig. Auch heute noch fungiert er dreimal im Jahr als Kapitän – immer dann, wenn Not am Mann ist. „Meistens im Sommer“, sagt er. Das Museum ist sein „Baby“.

Direktor des Hurtigrutenmuseums Sten Engen.
Direktor des Hurtigrutenmuseums Sten Engen.

Um 18 Uhr laufen wir in Svolvær ein, die größte Stadt der Lofoten. Es regnet in Strömen, der Himmel ist grau und es wird langsam dunkel. Ich verzichte deshalb auf die Busrundfahrt, denn Hoffnung auf gute Fotos besteht bei dieser Wetterlage kaum.

Svolvær.
Svolvær.

20 Uhr. Wäre ich bloß mit den anderen mitgefahren, dann wäre ich jetzt nicht diesem ununterbrochenen Rauf und Runter des Schiffes ausgesetzt. Wir haben das ruhige Gewässer entlang der Küste verlassen und befahren nun eine offene Seepassage. Es stürmt und hohe Wellen schlagen gegen das Schiff. Im Gegensatz zu den anderen Schiffen der Hurtigruten ist die MS Lofoten nicht mit Stabilisatoren ausgestattet. Tassen und Bücher fliegen von den Tischen. Krampfhaft halte ich mein MacBook fest. Mein Magen fährt seit fast zwei Stunden Achterbahn. Ein belgischer Austauschstudent sitzt mit seinem Computer am Fenster und hält das Geschehen im Live-Chat fest. Der hat Nerven, denke ich. In der Cafeteria sitzt eine Gruppe Mitsiebziger, spielt Karten und isst Kuchen. Der hohe Seegang scheint ihnen nichts auszumachen. Kurz nach 22 Uhr legten wir in Stamsund an. Der Belgier steigt aus und wünscht mir Hals und Beinbruch. Meine Gruppe kommt wieder an Bord. Kaum haben wir abgelegt, fängt das Rauf und Runter wieder an. Mir scheint es stärker als zuvor. Eine Horde Teenager, die in Stamsund an Bord gekommen ist, liegt am Boden und übergibt sich in die dafür vorgesehenen Tüten. Einer von ihnen torkelt in die Cafeteria und holt Nachschub. Sie übergeben sich nonstop und geben zwischen dem Tütenwechsel klägliche Laute von sich. Wie lange werde ich noch standhalten? Nicht lange. Ich schaffe es gerade noch in meine Kabine, bevor ich mich mehrmals übergebe. Erst als mein Magen leer ist schlafe ich ein.

Wir überqueren den Polarkreis.
Wir überqueren den Polarkreis.

13. April. Um 9.15 Uhr überqueren wir den Polarkreis, wenig später findet die Polarkreiszeremonie im Panoramasaal statt. Jeder, der einen fischförmigen Löffel mit der Aufschrift „I did the Arctic“ möchte, muss vorher ein Gläschen Lebertran trinken. Als Vegetarierin weigere ich mich, bekomme den Löffel aber trotzdem.

Polarkreiszeremonie
Polarkreiszeremonie

Landgang in Brønnøysund, der kleinen „Küstenstadt in der Mitte Norwegens“. Regen, kaum ein Mensch ist unterwegs. Da es Sonntag ist, sind bis auf einen kleinen Tante-Emma-Laden am Hafen alle Geschäfte geschlossen.

Hafen von Brønnøysund.
Hafen von Brønnøysund.

Kaum zurück auf dem Schiff stürmen alle mit ihren Kameras aufs Oberdeck als aus den Lautsprechern die Durchsage „Torghatten in Sicht“ dringt. Der Berg auf der Insel Torget hat in der Mitte ein riesiges Loch (35×160 Meter), das im Laufe der Jahrtausende durch Ausspülungen der Meeresbrandung entstanden ist.

Torghatten
Torghatten

Wenige Minuten später erscheint ein Regenbogen über der benachbarten Felsengruppe. Die Auslöser der Kameras klicken nonstop. Trotz Regen und Kälte möchte jeder das Schauspiel festhalten. Regenbogen NordnorwegenGegen 20.30 Uhr legen wir in Rørvik neben der MS Richard With an. Gegen das nach dem Hurtigruten-Gründer benannte Schiff wirkt unser kleines Postschiff wie eine Nussschale. Wir gehen zur Besichtigung an Bord des benachbarten Schiffes. Richard WithNach vier Tagen auf der MS Lofoten kommt mir die Richard With gigantisch vor, obwohl es natürlich weitaus größere Kreuzfahrtschiffe gibt. Ich staune über die Ausstattung und Größe. Ein Schiff, auf dem man sich aus dem Weg gehen kann. Trotz allen Chics wünsche ich mich bald wieder auf unseren Nostalgiedampfer zurück, wo eine familiäre Atmosphäre herrscht und jeder jeden kennt.

Rørvik
Rørvik

Am Abend ist es wieder so stürmisch wie am Tag zuvor. Dieses Mal ziehe ich mich jedoch gleich zu Beginn des Sturms in meine Kabine zurück. Liegend ist das Rauf und Runter leichter zu ertragen. Der starke Wellengang wiegt mich in den Schlaf. Bin ich mittlerweile seefest? Es ist die letzte Nacht auf dem Schiff. Am Morgen werden wir in Trondheim von Bord gehen, zum Flughafen fahren und über Oslo nach Deutschland zurückfliegen.

Die MS Lofoten bei Nacht in Rørvik.
Die MS Lofoten bei Nacht in Rørvik.

INFO

Die klassische Postschiffroute (12 Tage) Bergen-Kirkenes-Bergen gibt es im Katalog ab 1.339 Euro, die Kurzreise Kirkenes-Bergen (6 Tage) ab 882 Euro. Weitere Informationen sowie Katalogbestellung auf www.hurtigruten.de.

TIPP: Im Geburtstagsjahr der MS Lofoten erhalten alle, die 1964 geboren sind, 50% Rabatt bei Buchung zum Katalog-Preis. Bitte beachten: Pro Kabine erhält nur eine Person den Rabatt.

Gut zu wissen: Die Hurtigruten-Schiffe fahren im Linienverkehr. Man kann in einem der 34 Hurtigrutenhäfen ein Ticket zum nächsten oder übernächsten Hafen kaufen. „Das ist billiger als ein Busticket“, meinte der belgische Austauschstudent, der die Schiffe der Hurtigruten öfter für Teilstrecken nutzt. Von Deutschland aus sind Teilstrecken leider nicht buchbar.

Die Autorin nahm an der Hurtigruten-Pressereise „Norwegen hautnah und authentisch – 50 Jahre MS Lofoten“ im April 2014 teil.

Als Reportage in ähnlicher Form erschienen in FORUM – Das Wochenmagazin (17.10.14).

Unsere Pressegruppe.
Unsere Pressegruppe.
Die Crew der MS Lofoten.
Die Crew der MS Lofoten.
Auf der Busrundfahrt auf den Vesterålen überholt uns die MS Lofoten.
Auf der Busrundfahrt auf den Vesterålen überholt uns die MS Lofoten.
In jedem Hafen wird die MS Lofoten be- und entladen.
In jedem Hafen wird die MS Lofoten be- und entladen.

MS Lofoten

MS Lofoten