Madeira -vier Jahreszeiten an einem Tag

„Ihr möchtet die Insel umrunden? Na, dann vergesst Eure Wintermäntel nicht, denn hier erlebet Ihr sämtliche Jahreszeiten innerhalb von wenigen Stunden“, sagt die Angestellte in der Autovermietung zu uns und mustert mein ärmelloses Top. Es ist Ende Februar. In der Hauptstadt Funchal, im Süden der Insel, ist es heute Morgen schon sehr warm. Ich bin skeptisch. Madeira ist gerade mal 57 Kilometer lang und 22 Kilometer breit, und ich kann mir nicht vorstellen, dass die Temperaturschwankungen in diesen kurzen Entfernungen so groß sein sollen.

Wir steigen in den Mietwagen und fahren an der Küstenautobahn in östlicher Richtung ins 30 Kilometer entfernte Fischerdorf Caniçal. Hier wurden 1956 die Walfangszenen aus „Moby Dick“ gedreht. Der Ort war einst ein bedeutender Hafen für den Walfang. Zwischen 1940 und 1981 ließen hier 6000 Pottwale ihr Leben. Heute erinnert glücklicherweise nur noch das kleine Walmuseum „Museu da Baleia“ an diese Zeit. In Caniçal ist es deutlich kühler als in Funchal, obwohl es nur eine halbe Autostunde von der Hauptstadt entfernt liegt.

FischerhausUnser nächstes Ziel ist Santana an der Nordküste. 23 Kilometer sind es bis dorthin. Der Ort ist bekannt für die „Casas de Colmo“, die Madeira-Häuschen mit den strohgedeckten, spitzgiebeligen Dächern, die bis fast auf den Boden hinunter reichen. Was wir sehen sind allerdings nicht die Originalhäuser, die im 15. Jahrhundert von den ersten Siedlern auf Madeira errichtet wurden, sondern Nachbauten. Die Originale sind längst verfallen. Wir betreten eines der Häuschen. Es ist ganz schön eng im Inneren und ich stelle mir vor, wie zusammengepfercht mehrköpfige Familien hier leben mussten. Santana liegt auf einem Hochplateau über dem Meer und es ist sehr kühl und nebelig. Der herbstliche Teil der Insel, denke ich und ziehe meine Strickjacke aus der Tasche.

Felsen bei SantanaPortugiesische Freunde haben uns zum Mittagessen das Restaurant in der Quinta do Furão empfohlen. Die Quinta liegt zwei Kilometer außerhalb von Santana oberhalb der Steilküste auf einem Felsplateau inmitten von Weinbergen und Gärten. Steil fällt das Plateau in den smaragdgrünen Atlantik hinab. Unter uns brechen sich die Wellen tosend an den Felsen. Fast gespenstisch tauchen die roten Steinklippen im Nebel auf. An klaren Tagen soll man bis nach Porto hinüber schauen können. Santana FelsenDas Restaurant gehört der Madeira Wine Company. Kein Wunder, dass die Weinkarte das ganze Spektrum an Weinen der Insel umfasst. Auf der Karte werden typische Landesspeisen angeboten, wie zum Beispiel der schwarze Degenfisch, aber auch vegetarische Menüs, von denen der Küchenchef mir die vegane Variante zubereitet. Nach dem Essen steht uns der längste und steilste Streckenabschnitt bevor.HochebeneWir fahren auf der Küstenautobahn nordwestlich und biegen bei São Vicente ins Landesinnere ab. Das Hochmoor von Paúl da Serra ist unser nächstes Ziel. Es liegt 1.500 Meter hoch. 50 Kilometer sind es bis dorthin. Die Straße ist kurvenreich. Je höher wir kommen, desto nebeliger wird es und desto spärlicher ist die Vegetation. Nur Gräser und Farn wachsen in dem rauen Klima.

Hochebene 2Ab und zu überholen wir winterlich eingepackte Wanderer. Auf einem Parkplatz halten wir an und gehen ein Stück zu Fuß weiter. Dorthin, wo man einen Blick auf die Schlucht von Rabacal, auf Wasserfälle und die steile Westküste der Insel hat. Die Landschaft erinnert mich an die schottischen Highlands. Der Wind bläst heftig und es ist so kalt, dass ich mir sehnlichst meinen Wintermantel herbeisehne. Hätte ich ihn doch bloß mitgenommen! Länger als zehn Minuten zum Fotografieren halte ich es in der Kälte nicht aus. Wir sprinten zum Parkplatz zurück, steigen ins Auto und fahren über die Küstenautobahn Richtung Westen.

PORTO MONIZNach 30 Minuten erreichen wir Porto Moniz an der Westspitze und befinden uns nun in frühlingshaften Temperaturen. Der kleine Ferienort ist für seine Pools im Vulkangestein bekannt, die vor mehreren tausend Jahren durch vulkanische Aktivitäten entstanden sind. Hier erinnert man sich wieder daran, dass Madeira ja eigentlich der Gipfel eines aus dem Atlantik ragenden Vulkans ist. Gerne würde ich zwischen den Lavafelsen hindurch schwimmen, aber das Wasser ist noch zu kalt.

Lava Pools 8An der Westküste entlang fahren wir in die 50 Kilometer entfernte Hauptstadt zurück und legen kurz vor Funchal noch einen kurzen Stopp in dem kleinen Städtchen Câmara de Lobos ein – Dank Winston Churchill der bekannteste Fischerort der Insel. Der ehemalige britische Premierminister zog sich regelmäßig nach Madeira zum Malen zurück und verewigte den Ort auf einem Gemälde. Eine Gedenktafel im Ortskern erinnert an diese Begebenheit. Während seiner Madeira-Aufenthalte wohnte Churchill im Reid’s Palace, heute unser letztes Ziel.

Reids 3Die pastellfarbene Nobelherberge ist ein Klassiker unter den Luxushotels. Kaiserin Sisi sowie viele andere Berühmtheiten haben hier schon logiert. Das Hotel liegt über der Bucht von Funchal inmitten eines subtropischen Gartens. Täglich wird von 15.00 Uhr bis 17.30 Uhr auf der Terrasse Tee serviert.

Reids TerrasseWir schaffen es gerade noch rechtzeitig um 17 Uhr und tragen zum Glück weder Jeans noch Turnschuhe, denn diese Outfits sind hier ein absolutes No-Go. Der Kellner begleitet uns zu einem der kleinen runden Tische auf der Terrasse, bringt uns Tee in einer Silberkanne und eine Etagere mit Sandwiches, Gebäck, Kuchen und warmen Scones. Mit den vielen Köstlichkeiten, den Blick auf das Meer, die tropischen Gärten und dem alten Song „Heaven“ von Ella Fitzgerald im Hintergrund fühlen wir uns wie in dem Lied genannten Ort!

Tipps

Mietwagen: Ein Mietwagen für 24 Stunden (all inclusive) gibt es bei Sunny Cars schon ab 29 Euro. Am besten schon vorab in Deutschland online buchen.

Museum: In der „Old Blandy Wine Lodge“ erfährt man alles über das Geheimnis des Madeiraweins. Führung auf Deutsch 5,50 Euro.

Blandy 2

Essen: Traditionelle Spezialitäten Madeiras im gemütlichen Casa Madeirense (nur wenige Schritte vom Reid’s Palace entfernt). Günstige Preise!

Casa Madeirense

Afternoon-Tea im Reid’s Palace: Da die Tea-Time sehr beliebt ist, empfiehlt sich eine Reservierung vorab. Der Nachmittagstee inkl. Leckereien kostet zwar 25 Euro pro Person, sollte man sich aber unbedingt gönnen!

Reids 2

Ein Muss: Korbschlittenfahrt vom hochgelegenen Villenvorort Monte hinunter nach Funchal.

Korb 2

 

 

 

 

 

 

Tuk-Tuk-Safari durch Lissabon

Die dreirädrigen motorisierten Rischkas flitzen durch die engsten Gassen, fegen über Plätze und manövrieren sich geschickt an Marktständen und Straßencafés in autofreien Zonen vorbei. Über 400 der exotischen Gefährte gibt es in der portugiesischen Hauptstadt – sehr zum Ärger der Taxifahrer.

Holprig und rasant tuckert die Motorrischka durch enge kopfsteingepflasterte Gassen hinauf zur über 1000 Jahre alten Festungsanlage Castelo de São Jorge. Haarscharf fährt ein Taxi an uns vorbei. Der Fahrer hupt und flucht aus dem offenen Seitenfenster. Tuk-Tuk-Fahrerin Tania nimmt es gelassen. „Für die Taxifahrer sind wir Konkurrenz, das lassen sie uns mit viel Gehupe spüren“. Am Morgen ist oben am Castelo kaum jemand unterwegs – der beste Einstieg in die Stadt, denn von der Burg aus hat man ein grandioses Rundumpanorama über Lissabon und den Tejo. „Vor allem in der Frühe, wenn noch keine anderen Touristen da sind, die dir den Blick versperren“, sagt Tania lachend. Auf dem Weg hinunter in die Baixa (Unterstadt) stoppen wir an der Aussichtsterrasse Miradouro de Santa Luzia, die eine einmalige Sicht über das Dächermeer von Alfama frei gibt. „Du warst noch nie in Alfama?“ fragt sie erstaunt, wendet das Tuk-Tuk und fährt in den ältesten Stadtteil Lissabons, ein Wirrwarr aus winzigen Gassen, kleinen Plätzen und steilen Treppen.

Tania
Tania

 

Sie drückt aufs Gaspedal, donnert durch die schmalen Straßen, als wäre weiß Gott wer hinter ihr her und erzählt mir dabei ihre Geschichte. Als studierte Mathematikerin hat sie zehn Jahre lang als Marketing Consultant bei einer großen Firma gearbeitet und gut verdient. Bis sie eines Tages keine Lust mehr dazu hatte und ihren lang gehegten Traum eines eigenen Boutique-Hotels verwirklichen wollte. Sie bekam von ihren Eltern, die Land im Norden Portugals besitzen, 80.000 Quadratmeter mit einem 300 Jahre alten Farmhaus. Aus dem Land möchte sie eine Biofarm mit Blaubeeren machen, aus dem Haus ein schmuckes Hotel. Die Renovierung ist bereits in vollem Gang. Da sie gegenüber den Behörden allerdings Erfahrung im Tourismus vorweisen muss, fährt sie seit einigen Monat Tuk-Tuk. „Ich liebe diesen Job, auch wenn er ziemlich anstrengend ist – besonders das Bergauffahren geht ganz schön in die Arme“, sagt sie. „Beim Herumkutschieren der Touristen erfahre ich sehr viel über deren Länder und kann meine vier Fremdsprachen Englisch, Französisch, Spanisch und Italienisch anwenden“.

Castelo de Sao Jorge
Castelo de Sao Jorge
Blick vom Castelo auf die Unterstadt und den Tejo.
Blick vom Castelo auf die Unterstadt und den Tejo.

Wir haben Alfama verlassen und tuckern durch den Triumphbogen „Arco da Rua Augusta“ zur Praça do Comércio, den Handelsplatz. Die sonnengelben Gebäude rings um den Platz sind in der Form eines Hufeisens angeordnet, das sich zum Tejo hin öffnet. Im 18. und 19. Jahrhundert war der Platz Knotenpunkt des Handels, heute dient er diversen Veranstaltungen. In der Mitte des Platzes thront hoch auf seinem Ross König José I. „Er hat übrigens 1755 das große Beben am Allerheiligentag überlebt, weil er zur Morgenandacht in Belém weilte“, erklärt Tania und fügt hinzu „dahin fahren wir jetzt, dort es gibt drei Orte, die du unbedingt sehen musst“.

Lissabon

Rasant lenkt Tania das Tuk-Tuk an einem Verkehrsstau vorbei am Tejo entlang nach Belém. Erste Sehenswürdigkeit und Prunkstück des Stadtviertels ist das monumentale Hieronymuskloster (Mosteiro dos Jerónimos) aus dem 16. Jahrhundert, dessen Bau hundert Jahre gedauert hat. Einst wurden im Kloster Mitglieder der portugiesischen Königsfamilie begraben, auch befinden sich hier die Sarkophage des berühmten Seefahrers Vasco da Gama, der den Seeweg um das Kap der guten Hoffnung nach Indien entdeckte sowie der Dichter Fernando Pessoa und Luís de Camões. Höhepunkt ist der doppelstöckige Kreuzgang, der mit seinen prunkvollen Verzierungen als einer der schönsten der Welt gilt. Im Kloster drängen sich amerikanische und asiatische Reisegruppen, sodass ich auf eine genauere Besichtigung keine Lust habe.

Selbst neben der historischen Tram klappt das Überholmanöver.
Selbst neben der historischen Tram klappt das Überholmanöver.

Das nächste „Must see“ ist das gigantische Padrão dos Descobrimentos (Denkmal der Entdeckungen) auf der gegenüberliegenden Seite des Klosters, das 50 Meter in die Höhe ragt und sich wie ein Schiffsbug in den Tejo hinein schiebt. Auf dem „Bug“ stehen 33 steinerne Seefahrer, Schriftsteller und Forscher aus dem Zeitalter der Entdeckungen (15.-18. Jh.), allen voran Prinz Heinrich, der Seefahrer, Initiator der portugiesischen Entdeckungsreisen. Das riesige Mosaik auf dem Boden vor dem Denkmal zeigt eine Weltkarte mit den ehemaligen portugiesischen Kolonien.

Nicht weit vom Denkmal steht der Torre de Belém im Wasser. Über einen Steg gelangen wir ins Innere des alten Wehrturms, der als solcher allerdings nie benutzt wurde. Enge Treppen führen zur Aussichtsplattform hinauf und geben auf 35 Metern Höhe eine spektakuläre Sicht auf die umliegenden Stadtviertel und die Segelboote auf dem Tejo frei.

Der Lissabonner Triumphbogen.
Der Lissabonner Triumphbogen.

Tania lenkt das Tuk Tuk zurück ins Zentrum, in den mondänen Stadtteil Chiado, zum über 100 Jahre alten Kaffeehaus Café a Brasileira in der Rua Garrett. Parkplatzsuche ist kein Problem, das kleine Gefährt passt in jede Lücke. „Früher trafen sich hier alle berühmten Künstler und Literaten des Landes“, erklärt sie, als wir das Café betreten. Es erinnert mich an die alten Kaffeehäuser in Wien und Paris. Die Tische sind alle besetzt. An der Bar stehen Einheimische und trinken eilig einen Espresso. Wir gesellen uns zu ihnen. „Nur Touristen sitzen an den Tischen“, sagt Tania. „Der Espresso im Stehen ist billiger“. Vor dem Café sitzt der Schriftsteller Fernando Pessoa in Eisen gegossen an einem Tisch.

Gegenüber befindet sich die Livraria Bertrand, älteste Buchhandlung der Welt, die 1732 eröffnet wurde und sämtliche Krisen des Landes, einschließlich Erdbeben und Stadtbrände überlebt hat. Tania empfiehlt mir das Buch „Lissabon – Was der Tourist sehen sollte“ von Pessoa. „Das wurde zwar 1925 geschrieben, ist aber heute noch genauso aktuell und du erfährst so viel über die Stadt. Es ist eines meiner Lieblingsbücher“, sagt sie. Ich habe Glück, das Buch auch auf Deutsch erhältlich.

Praca do Comercio.
Praca do Comercio.

Die Hotelbesitzerin in spe manövriert die Motorrischka durch gefühlte tausend kleine Gassen hinauf nach Amoreiras. Das ständige Auf und Ab auf und die holprigen kopfsteingepflasterten Straßen, die mich ganz schön hin und her schütteln, geben mir mitunter das Gefühl, in einer Achterbahn zu sitzen. Unterwegs erzählt mir Tania Geschichten zu den Häusern, an denen wir vorbeituckern sowie den Künstlern und Schriftstellern, die irgendwann einmal in dieser oder jener Gasse gewohnt haben. Sie kennt die Metropole und ihre Geschichte in- und auswendig. „Wenn andere noch schlafen, bin ich bereits zu Fuß unterwegs, um die Stadt zu erkunden. Das habe ich schon als Studentin gemacht, und ich finde immer wieder Gebäude und Gassen, die ich noch nicht kenne. Außerdem ist es herrlich, wenn man am frühen Morgen Lissabon ganz für sich alleine hat“. Ich weiß, was sie meint

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Mosteiro dos Jerónimos

Sie parkt das Tuk-Tuk am Praça das Amoreiras, wo ein Museum der Malerin Maria Helena Vieira da Silva gewidmet ist. Ich habe nie von ihr gehört. „Sie ist die portugiesische Frida Kahlo“, erklärt Tania. Leider ist das Museum heute geschlossen. Wir gehen zu Fuß zum festungsähnlichen Wasser-Reservoir Mãe d`Água das Amoreiras aus dem Jahr 1746. „An den Mauern siehst du ältesten Azulejos (Kachelmosaike) von Lissabon“, erklärt sie. Kaum ein Mensch ist hier unterwegs, von Touristen ganz zu schweigen. Durch den ruhigen Amoreiras-Park gehen wir zum Tuk-Tuk zurück und fahren teils auf der breiten Avenida da Liberdade, teils durch Gassen zum Largo do Carmo im Bairro Alto. Hier oben an dem idyllischen Platz steht die Ruine eines ehemaligen Carmeliter-Klosters, gleich daneben ist Endstation des berühmten Fahrstuhls Elevador de Santa Justa. Tania deutet auf ein Gebäude auf der gegenüberliegenden Seite (Rua da Trindade). „In diesem Haus hat Pessoa eine zeitlang gelebt“. Der Dichter steht in Draht verewigt auf dem Balkon und schaut über den Platz.

Letzter Stopp ist das Kulturhaus Casa Alentejo in der Rua das Portas de Santo Antão 58 in der Baixa. Von außen sieht es unscheinbar aus, aber sobald wir durch die Tür treten, befinden wir uns in einer Welt aus Tausendundeiner Nacht. Tania kennt alle Räume – auch diejenigen, die Touristen normalerweise verschlossen bleiben.

Denkmal der Entdeckungen.
Denkmal der Entdeckungen.

Das nächste „Must see“ ist das gigantische Padrão dos Descobrimentos (Denkmal der Entdeckungen) auf der gegenüberliegenden Seite des Klosters, das 50 Meter in die Höhe ragt und sich wie ein Schiffsbug in den Tejo hinein schiebt. Auf dem „Bug“ stehen 33 steinerne Seefahrer, Schriftsteller und Forscher aus dem Zeitalter der Entdeckungen (15.-18. Jah.), allen voran Prinz Heinrich, der Seefahrer, Initiator der portugiesischen Entdeckungsreisen. Das riesige Mosaik auf dem Boden vor dem Denkmal zeigt eine Weltkarte mit den ehemaligen portugiesischen Kolonien.

Nicht weit vom Denkmal steht der Torre de Belém im Wasser. Über einen Steg gelangen wir ins Innere des alten Wehrturms, der als solcher eigentlich nie benutzt wurde, wie ich von Tania erfahre. Wir steigen die engen Treppen zur Aussichtsplattform hinauf und haben auf 35 Metern Höhe eine herrliche Sicht auf die umliegenden Stadtviertel und die Segelboote auf dem Tejo.

Segelboote auf dem Tejo.
Segelboote auf dem Tejo.
Brasileira
Kaffeehaus Café a BrasileiraGib eine Beschriftung ein

Die drei Stunden sind im Nu vergangen. Ich habe viel, aber längst nicht alles gesehen – das ist in drei Stunden unmöglich zu schaffen. Für die drei Stunden bezahle ich 120 Euro – die Tour war jeden Cent wert!

Aus dem Tuk-Tuk kann man von allen Seiten fotografieren.
Aus dem Tuk-Tuk kann man von allen Seiten fotografieren.
Einer der typischen Lissabonner Kioske.
Einer der typischen Lissabonner Kioske in Amoreiras.
Die ältesten Kacheln Lissabons.
Die ältesten Kachelmosaike Lissabons.
Largo do Carmo Platz.
Largo do Carmo Platz.
Fernando Pessoa.
Fernando Pessoa.

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Die drei Stunden sind im Nu vergangen. Ich habe viel, aber längst nicht alles gesehen – das ist in drei Stunden unmöglich zu schaffen. Ich bezahle 120 Euro – die Tour war jeden Cent wert!

INFO: Eine Tuk-Tuk-Fahrt von A nach B kostet 15 Euro, eine Stadtrundfahrt pro Stunde 40 Euro.

Tipp fürs Abendessen: „In Bocca Al Lupo“

Hier darf man den Pizzabäckern über die Schultern schauen.
Hier darf man den Pizzabäckern über die Schultern schauen.

Als Veganerin bin ich immer auf der Suche nach besonderen Restaurants. In einem Reiseführer habe ich „In Bocca Al Lupo“ entdeckt. Das ist italienisch und bedeutet „Hals- und Beinbruch“ – ein etwas seltsamer Name für ein Restaurant. Die Gourmet-Pizzeria und Trattoria serviert ausschließlich Produkte aus biologischem Anbau und hat zudem eine große Auswahl an vegetarischen und veganen Gerichten auf der Karte. Vorspeise, Pizza und Nachtisch schmecken hervorragend – das Restaurant liegt etwas abseits im Bairro Alto, ist aber ein echter Geheimtipp!

Adresse: Rua Manuel Bernardes 5a, Mi-So 19.30-23.30 Uhr, Mo und Di geschlossen.

Die Inhaberinnen des In Boca al Lupo.
Die Inhaberinnen des In Boca al Lupo.
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Elevador de Santa Justa bei Nacht.

Die Autorin war privat in Lissabon.

Korbschlittenpartie von Monte nach Funchal

Von allen Verkehrsmitteln der Welt ist der Korbschlitten auf Madeira eines der einzigartigsten. Hemingway beschrieb die steile, fünf Kilometer lange Rutschpartie vom hochgelegenen Villenvorort Monte hinunter nach Funchal als eines der aufregendsten Erlebnisse seines Lebens.

Als ich die endlos lange Schlange an der Korbschlittenstation sehe bin ich froh, dass wir mit dem Taxi und nicht mit der Seilbahn hinauf nach Monte gefahren sind. So müssen wir heute nur einmal eine Stunde lang anstehen, denn die Warteschlange an der Seilbahnstation in Funchal war um einiges länger. Skeptisch schaue ich zu, wie sich die Korbschlitten langsam in Bewegung setzen und dann immer schneller werdend die Straße hinunter rasen. Sicherheitsgurte gibt es nicht und keine Stange, an der man sich festhalten kann. Ich blicke auf die steil abfallenden engen Straßen, die an beiden Seiten teilweise von Mauern umgeben sind. Mit dem Schlitten im Schnee einen Abhang hinunter zu rasen ist eine Sache, beim Überschlag landet man zumindest weich, aber im Korbschlitten auf glattem Asphalt, fast fünf Kilometer, teils kurvenreich, steil bergab, ist eine andere Sache.Korbschlitten

„Don’t worry“, sagt ein Engländer neben uns, als er meine skeptischen Blicke sieht. „Die Carreiros sind geübt darin zu schieben, zu lenken, zu ziehen und rechtzeitig zu bremsen, damit der Schlitten sicher unten ankommt“. Die Carreiros sind die weiß gekleideten Korbschlittenfahrer in den kreisrunden Strohhüten und Lederstiefeln mit Gummisohlen und starkem Profil. Als wir an der Reihe sind, ist mir trotzdem ein wenig mulmig. Mit beachtlicher Geschwindigkeit rast der mit Metallkufen bestückte Schlitten der Hauptstadt entgegen, so schnell, dass ich die Umgebung kaum registriere. Tatsächlich ein Erlebnis ohnegleichen. Am liebsten möchte ich gleich wieder nach Monte hoch und noch einmal mit dem Schlitten hinunter rasen.

Noch ist die Straße gerade, aber innerhalb von Sekunden geht es steil bergab.
Noch ist die Straße gerade, aber innerhalb von Sekunden geht es steil bergab.

Erfunden wurde der Korbschlitten im 19. Jahrhundert von einem britischen Geschäftsmann in Monte, den seine müden Beine erfinderisch machten. Der Weg hinunter nach Funchal in sein Handelskontor auf den engen, steilen Pflasterwegen war äußerst mühsam. Straßen gab es damals noch nicht auf Madeira, und für Pferd und Wagen waren die Wege aufgrund ihrer fast erdrückenden Enge und der Steilhanglage ungeeignet. Alte Menschen, Kranke und wohlhabende Reisende trug man in Hängematten oder Sänften von Monte in die Stadt hinunter. Der Korbschlitten oder „Carro de Cesto do Monte“, wie ihn die Einheimischen nennen, war deshalb als Transportmittel eine große Erleichterung. Wenn auch die Rutschpartie auf den gepflasterten Wegen viel länger dauerte als heute auf dem glatten Asphalt.

INFO

Die Korbschlittenstation liegt direkt unterhalb der Kirche „Nossa Senhora do Monte“. Die Fahrt kostet für zwei Personen 30 Euro. Günstige Reisen nach Madeira gibt es bei Neckermann Reisen.Korbschlitten