Schwedens erstes Bio-Weingut

Wächst auf schwedischem Boden tatsächlich guter Wein? Nicht jede Rebsorte gedeiht auf nordischem Grund. Die Rondo-Rebe schon, wie Håkan Hansson herausfand.

Als Weinbauer experimentierte Håkan Hansson auf dem Hof Hällåkra hobbymäßig bereits seit 2003. Damals lebte er noch in Stockholm, war im Finanzsektor tätig und kam mit seiner Frau Lotta nur an Wochenenden oder im Urlaub auf den Hof, der seit fünf Generationen im Besitz der Familie ist.

H. Hansson

Erst als er 2007 die gegen Winterfrost resistente Rondo-Rebe anbaute und ein Jahr später eine erfolgreiche Ernte einfahren konnte, kehrte Hansson Stockholm und der Finanzwelt den Rücken, um sich dem kommerziellen Weinbau zu widmen. Er pflanzte nun auch die widerstandsfähige Solaris-Rebe an, die einen so hervorragenden Weißwein hervorbrachte, dass der „Solaris 2014“ den Preis als bester Weißwein beim „Grand Annual Tasting“ 2016 in Paris gewann.

Weingut Hällakra

Heute produziert Hansson 7500 Liter Wein im Jahr – leckeren Rotwein aus Rondo-Trauben, Sekt sowie Weiß- und Roséwein aus Solaris- und Pinot Noir-Trauben. Unter Kennern haben die Weine bereits einen Status erlangt und stehen in ausgewählten Restaurants in Schweden und Dänemark auf der Weinkarte.

Hallakra-Weine

Das 6,5 ha große Weingut ist Bilderbuch-Schweden pur. Umgeben von grünen Wiesen und Wäldern liegt es idyllisch auf einem Hügel über der Söderslätt-Ebene kurz vor Anderslöv, 25 Autominuten von Malmö entfernt (am Straßenschild „Anderslöv 4 km“ links abbiegen). Zum Weingut gehört eine Vinothek, in der samstags von 12-16 Uhr passend zum Wein Tapas gereicht werden. In den Sommermonaten kocht Lotta Hansson Donnerstag bis Sonntag Mittagessen aus lokalen und saisonalen Zutaten, freitags und samstags gibt es Speis und Trank bis 21 Uhr.

Hällakra Weingut

Serviert wird im kleinen, hellen Restaurant, auf Holztischen auf der Terrasse oder unter einem wunderschönen alten Baum.

Hällakra

Die Weinproben, die einmal im Monat (in der Hochsaison öfter) stattfinden, führt ein Sommelier aus Lund durch. Außerhalb der Saison empfängt der sympathische Weinbauer Gäste jederzeit nach telefonischer Anfrage, führt sie über das Weingut und veranstaltet eine kleine Weinprobe.

Häälakra 2Durch dieses Tor geht es über ein kleines Wäldchen zum Weinberg

Hällakra 3

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Hällakra

 

 

Lucia-Fest in Schweden

Am frühen Morgen erleuchten in allen Regionen Schwedens weißgekleidete junge Mädchen mit einer Lichterkrone aus Kerzen die Dunkelheit des schwedischen Winters. Sie stellen die Heilige Lucia dar, die eine Prozession aus Jungfrauen und Sternenknaben anführt.

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Copyright: Lena Granefelt/imagebank.sweden.se

Der vorweihnachtliche Brauch fällt jährlich auf den 13. Dezember, den Gedenktag der Heiligen Lucia von Syrakus, die im Jahr 303 als Märtyrerin starb. Der Name Lucia bedeutet „die Leuchtende“.  Da der 13. Dezember in Schweden bis 1752 die Wintersonnenwende markierte, steht das Lucia-Fest auch in der Tradition älterer Sonnenwendfeierlichkeiten. Auf welchen Wegen aus diesen Feierlichkeiten das heutige Lucia-Fest entstand, ist nicht bekannt.

Ab etwa 1760 berichten Zeitzeugen erstmals vom Tragen weißer Lucia-Gewänder auf Gutshöfen in Westschweden, wo die älteste Tochter der Familie die Rolle der Lucia übernahm und ihren Eltern am Morgen des 13. Dezembers das Frühstück ans Bett brachte.

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Ende des 19. Jahrhunderts griff das Stockholmer Freilichtmuseum Skansen die westschwedischen Lucia-Traditionen auf, um sie für kommende Generationen zu bewahren. Gleichzeitig verbreitete sich der Brauch langsam über seine ursprünglichen Grenzen hinaus und beschleunigte sich, als eine Stockholmer Zeitung 1927 den ersten Lucia-Wettbewerb veranstaltete. Die Leser wurden aufgefordert, ihre eigene Lucia zu wählen. Seitdem wird jährlich am 13. Dezember die Lichterkönigin in der schwedischen Hauptstadt gewählt.

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Die Lucia-Prozession ist ein wichtiger, nicht wegzudenkender Bestandteil der schwedischen Vorweihnachtszeit. Das Lichterfest markiert den Mittelpunkt der vierwöchigen Adventszeit und erfreut sich auch in Norwegen, Dänemark und Finnland zunehmender Beliebtheit.

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Gustav-Vasa-Kirche Stockholm. Ola Ericson/imagebank.sweden.se

Frühstück für die Nobelpreisträger von der Lichterkönigin

Seit 1901 wird in Stockholm jedes Jahr am 10. Dezember der Nobelpreis verliehen. Die Preisträger sind Mittelpunkt einer ganzen Nobelwoche, die bereits einige Tage vor der Preisverleihung beginnt und am 13. Dezember endet. Schwedens Lichterkönigin und ihre Begleiterinnen servieren den Nobelpreisträgern zum krönenden Abschluss der Nobelwoche Morgenkaffee mit Safrangebäck und singen traditionelle Lieder. Seinen Höhepunkt findet das Lucia-Fest am Abend, wenn eine Lichterprozession durch die Hauptstadt zieht, die mit einem Feuerwerk in Skansen endet.

Beitragsbild: Lena Granefelt/imagebank.sweden.se