24 Stunden Innsbruck

Frühstück über den Dächern der Stadt

8:00

Mein Tag beginnt auf der Terrasse des Adlers im 12. Stock mit einem Panoramablick über Stadt und Berge, die nach dem Frühstück mein erstes Ziel sind – deshalb der frühe Start in den Tag.

(Adlers Design Hotel, Bruneckerstr. 1)

Nordkette – in Nullkommanix auf 2.000 Meter

9:00

Innsbruck 2

Wandern will ich heute nicht, denn dafür steht zu viel auf meiner To-Do-Liste. Trotzdem möchte ich mir die Gelegenheit nicht entgehen lassen, quasi im Katzensprung aus dem Stadtzentrum mal eben schnell auf über 2.000 Meter Höhe hinauf zu fahren. Mit der Hungerburgbahn geht es zunächst zur Hungerburg, wo ich auf 860 Metern einen einzigartigen Blick auf Innsbruck und den Inn habe.

Seilbahn

Weiter geht es mit der Nordkettenbahn (Seilbahn) zur Seegrube, die 1905 Meter hoch liegt und weiter zur Station Hafelekar auf 2256 Metern. Beide sind Teil der Nordkette, der südlichsten der vier großen Gebirgsketten im Karwendel. Hier oben habe ich eine atemberaubende Sicht auf die Stadt auf der einen und dem Karwendel auf der anderen Seite.

Nordkette

Ein altes Gebäude sticht mir ins Auge. Es ist die Forschungsstation Hafelekar zur Beobachtung kosmischer Strahlung, die der österreichische Physik-Nobelpreisträger Victor Franz Hess während seiner Professur an der Universität Innsbruck 1931 ins Leben rief. Durch das Fenster sieht man den alten Apparat zur Messung der kosmischen Strahlung.

Hafelekar

Um mich herum herrscht ein babylonisches Sprachengewirr – Menschen aus aller Herren Länder sind, genau wie ich, nicht zum Wandern herauf gekommen, sondern wegen der Aussicht. Es wird voll, Zeit, wieder hinunter zu fahren.

(Bahn ab Station Congress bis Hungerburg dann Seilbahn bis Seegrube und von dort aus weiter auf das Hafelekar. Tipp: mit der Innsbruck Card fährt man kostenlos)

Altstadtspaziergang

11:00

Innsbruck Altstadt

Den Altstadtspaziergang halte ich kurz, denn mein Motto für den Tag ist „360° Innsbruck“. Erstes Ziel ist das Wahrzeichen der Stadt: das Goldene Dachl in der Herzog-Friedrich-Straße im Zentrum der Altstadt. Das Dach des Erkers aus dem 15. Jahrhundert wurde im Auftrag Maximilian I. mit 2.657 feuervergoldeten Kupferschindeln gedeckt. Hier saß der Kaiser bei Turnieren auf dem Stadtplatz in der ersten Reihe. Auf dem Platz vor dem Dachl befand sich im Mittelalter der Scheiterhaufen.

Goldenes Dachl

Ich spaziere durch die Gassen bis zur Kaiserlichen Hofburg – rund 400 Räume gibt es in dem viergeschossigen Bau. Die Prunksäle möchte ich mir nicht anschauen und gehe stattdessen in die daneben liegende Hofkirche, wo 28 große Bronzefiguren das leere Grabmal von Kaiser Maximilian bewachen. In den Rathaus Galerien in der Maria-Theresien-Straße fahre ich mit dem Fahrstuhl in den 7. Stock zum runden Café 360 Grad, wo ich mit Blick auf die Dächer der Stadt einen Espresso trinke, eine Kleinigkeit esse und dabei mit einem 360°-Ausblick belohnt werde.

(Café 360 Grad, Maria-Theresienstraße 18, tägl. außer So 10-1 Uhr nachts)

Museum der Glockengießerei Grassmayr

13:00

Glockengiesserei

Die über 400 Jahre alte Glockengießerei ist der älteste familiengeführte Handwerksbetrieb in Innsbruck und gehört zu den größten Glockenherstellern weltweit. Im angegliederten Museum, eine Kombination aus Glockengießerei, Glockenmuseum und Klangraum, erfahre ich den Werdegang einer Glocke, lerne dabei Wissenswertes zur Gussform, zum Glockenguss und Ton, höre verschiedene Klänge und bestaune Glocken aus mehreren Jahrhunderten und die alte Gusshalle. Die größte Glocke, die bei Grassmayr bisher gegossen wurde, ist die 15.684 Kilo schwere Taborglocke für ein griechisch-orthodoxes Kloster auf dem Berg Tabor in Israel im Jahre 2012. Grassmayr stellt neben Glocken auch Klangschalen her. Als ich in eine überdimensionale Klangschale steige und Maria Grassmayr sie anschlägt, fühle ich die starken Vibrationen in meinem ganzen Körper. Ein einmaliges Erlebnis!

(Leopoldstr. 53, Mo-Fr 9-17 Uhr, Sa auch Mai-Okt 9-17 Uhr)

Tiroler Landesmuseum und Sprungschanze

14:30

Tiroler Landesmuseum

Wieder ruft die Höhe! Eines der Highlights in Innsbruck ist das „Tirol Panorama“ im Landesmuseum am Bergisel. Dort, wo tatsächlich die Schlachten des Tiroler Freiheitskampfes stattgefunden haben. Das 1.000 Quadratmeter große Rundgemälde zeigt in 360-Grad-Sicht die dritte Schlacht am Bergisel während der Freiheitskämpfe. Ich habe das Gefühl, als würde ich mitten im Geschehen stehen.

Sprungschanze

Nicht weit vom Museum befindet sich die Bergisel-Schanze, einer der Austragungsorte der Olympischen Winterspiele 1964 und 1976. Im Rahmen der Vierschanzen-Tournee findet hier jährlich im Januar das Bergisel-Springen statt. Im Sommer trainieren die weltbesten Springer auf der Mattenanlage. Ich habe Glück. Als ich oben hinter der Sprungschanze stehe, macht sich gerade ein Springer zur Abfahrt bereit. Als es loslegt, wird mir schon beim Zuschauen schwindelig. Ich fahre mir dem Aufzug zur Aussichtsterrasse hoch und habe einen überwältigenden Rundblick über die Stadt, die Berge und die Wettkampfstätte.

Sprungschanze Innsbruck

(Straßenbahnlinie 1 bis Stift Wilten oder Sightseer Bus bis Bergisel. Öffnungszeiten: Stadion Juni-Okt. 9-18 Uhr, Nov-Mai 10-17 Uhr, Tiroler Landesmuseum Di-So 9-17 Uhr)

Swarovski Kristallwelten

17:00

Im Bauch des Wasser speienden Riesen erwartet mich eine funkelnde Welt, die Multitalent André Heller 1995 zum hundertjährigen Firmenjubiläum von Swarovski geschaffen hat. In 16 schillernden Wunderkammern treffe ich auf fantastische Installationen und fühle mich plötzlich wie in einer Traumwelt. Die erste Kammer, die in Halbdunkel getauchte Blaue Halle, zeigt Meisterwerke von Andy Warhol, Dalì und Niki de Saint Phalle. In der dritten Kammer stehe ich in einem Kristalldom mit 595 Spiegeln, die in wechselnden Farben leuchten und habe das Gefühl, selbst Teil des Kristalls zu sein. Wenig später befinde ich mich im Zentrum von „Silent Light“, in einer Winterlandschaft aus 150.000 weißen Kristallen, gehe in der nächsten Kammer „Into Lattice Sun“ durch eine Myrade von Kristallen und Spiegeln, in der „Eisgasse“ hinterlassen meine Füße auf dem Boden kristalline Spuren und „Eden“ führt mich durch einen Urwald voller Kristallskulpturen. In der 14. Wunderkammer „Reflexionen“ erwartet mich auf 48 Polygonen die Weltgeschichte in Verbindung mit Kristall. In „Timeless“, der letzten Kammer, erfahre ich alles Wissenswerte zur Geschichte des 1895 vom Glasschleifer Daniel Swarovski gegründeten Unternehmens.

Swarowski

(Swarovski Kristallwelten, Wattens, tägl. 8:30-19:30 Uhr, letzter Einlass 19:00. Anfahrt: Kristallwelten-Shuttlebus auf Busbahnsteig A direkt vor dem Hauptbahnhof um 8:40, 10:20, 12:40, 14:40 und 16:40 Uhr, Fahrtzeit 28 Min.)

Café Central

19:30 Uhr

In dem 1884 eröffneten Kaffeehaus im Alt-Wiener-Stil mit Marmortischen, Kronleuchtern, Stuckornamenten und marmorierten Säulen stehen altösterreichische Gerichte, Suppen, Mehlspeisen, aber auch vegetarische Gerichte auf der Speisekarte. Ich liebe alte Kaffeehäuser – das Central ist deshalb für mich der ideale Ort, um den Tag ausklingen zu lassen.

(Gilmstraße 5, tägl. 6:30-21 Uhr. Tipp: von April bis Oktober finden jeden Sonntag Pianoabende statt).

Krimischauplatz Salzburg

Wenn einer sich in der Mozartstadt auskennt, dann Autor Manfred Baumann. In seinem Kriminalroman „Das Mozartkugelkomplott“ dreht sich alles um die berühmte Leckerei, die zur Mordwaffe wird. Für einen 24-stündigen Salzburg-Aufenthalt gibt er folgende Tipps:

„Wer Salzburg zum ersten Mal besucht, den würde ich zuerst in eines der traditionellen Kaffeehäuser schicken – ins Fürst, wo 1890 die Mozartkugel erfunden wurde, ins gegenüberliegende Tomaselli, das im Jahr 1700 eröffnete und das älteste Kaffeehaus Österreichs ist oder ins Café Bazar, wo Geschichte geschrieben wurde. Hier trifft man Einheimische, sieht interessante Leute und bekommt ein erstes Gefühl für diese Stadt.“

Mozartkugel

(Café Fürst, Brodgasse 13 am Alten Markt, tgl. 8-20 Uhr, Tomaselli, Alter Markt 9, Mo-Sa 7-20 Uhr, So 8-20 Uhr, Café Bazar, Schwarzstr. 3, Mo-Sa 7:30-19:30, So 9-18 Uhr).

Nach dem Kaffeehausbesuch Traumblick vom Kapuzinerberg

Vom Alten Markt geht es in 10 Minuten zu Fuß zur Staatsbrücke, die zur Linzer Gasse führt und dort bei Haus Nummer 14 durch die Franziskuspforte über Treppen hinauf zum Kapuzinerberg.

Treppen zum Kapuzinerberg

„Wenn du auf dem Kapuzinerberg stehst, dann hast du die ganze Pracht dieser Stadt vor dir“, schwärmt der Krimiautor. Highlights neben der atemberaubenden Aussicht sind das Paschinger Schlössl, das sich von 1917-1937 im Besitz des Schriftstellers Stefan Zweig befand und das Kapuzinerkloster aus dem frühen 17. Jahrhundert.

Vom KapuzinerbergBlick vom Kapuzinerberg auf die Festung Hohensalzburg

„Wenn man vom Kapuzinerberg herunterkommt, lohnt sich ein Abstecher zum nahen Sebastiansfriedhof in der Linzer Gasse“, empfiehlt Baumann. „Der Friedhof ist etwas ganz einmaliges. Man glaubt gar nicht, dass in der geschäftigen Linzer Gasse so ein Ort der Beschaulichkeit liegt“.

Sebastiansfriedhof

Auf dem Friedhof, der um 1600 im Stil eines italienischen „Campo Santo“ angelegt wurde und von 87 gewölbten Pfeilerarkaden umgeben ist, befinden sich die Grabstätten von Paracelsus, Leopold Mozart und Constanze, der Witwe von Wolfgang Amadeus. (Linzer Gasse 41, Nov-März 9-16 Uhr, Apr-Okt 9-18 Uhr).

Salzburger Hausmannskost

Zum Mittagessen empfiehlt der Krimiautor den Weiserhof in der Nähe des Bahnhofs. „Das ist eines meiner Lieblingsrestaurants. Hier kriegt man Salzburger- und österreichische Spezialitäten, die nach alten Rezepten zubereitet werden. Die haben so skurrile Namen wie Stinkerknödel und Hoargneistnidei. Das ist etwas, was man sonst kaum wo bekommt. Ein anderes Restaurant, das ich gerne mag, ist der Augustiner Braugasthof Krimpelstätter. Im Stadtzentrum ist für mich persönlich eigentlich nur das Triangel interessant, das im Festspielbezirk angesiedelt ist“.

Tipp: Vegetarier und Veganer gehen ins gemütliche Green Garden, wo es leckere fleischlose Dreigangmenüs gibt.

(Weiserhof, Weiserhofstr. 4, Mo-Fr 11-24 Uhr, Sa/So geschlossen, Krimpelstätter, Müllner Hauptstraße 31, Di-Sa 11-24 Uhr, Triangel, Wiener-Philharmoniker-Gasse 7, Di-Sa 12-24 Uhr, Green Garden, Nonntaler Hauptstr. 16, Di-Sa 12-14 Uhr und 17:30-21 Uhr).

Lustschloss Hellbrunn

Wasserspiele Hellbrunn

„Einen Abstecher nach Hellbrunn würde ich unbedingt empfehlen, auch wenn man sich nur einen Tag in Salzburg aufhält“, rät Manfred Baumann. „Am besten fährt man mit der Amadeus raus, denn so sieht man die Stadt von einem Punkt aus, von dem man sie sonst nie erlebt, von der Mitte des Flusses. Hellbrunn ist eine ganz einzigartige Besonderheit. Du tauchst ein ins 17. Jahrhundert, zumindest was das Schloss und die Wasserspiele anbelangt und bekommst ein bisschen dieses Gefühl mit, wie das gewesen sein mag, wenn sich die Fürsterzbischöfe für einen Tag von der Härte der Regierungsgeschäfte an einen Ort der Beschaulichkeit und der Lustbarkeit zurückgezogen haben. Vor allem die Kombination mit den Wasserspielen, der Architektur, der Garten- und Parklandschaft, das ist schon etwas, was nicht umsonst hunderttausende Besucher anzieht.“

(Das Panorama-Speedboot Amadeus fährt von Ende März bis 1. November tgl. mehrmals ab der Anlegestelle Makartsteg. Mit dem Bus: Linie 25 ab Hauptbahnhof, Südtiroler Platz. Der Bus fährt ab Bahnhof und Rathaus alle 20 Minuten, Fahrtzeit 17-22 Minuten, siehe auch http://fahrplan.oebb.at).

Mozarts Geburtshaus

W.A. Mozart

Ein Muss, wenn man in Salzburg ist. „Man muss sich nicht alle Bereiche in allen Stockwerken anschauen“, so Baumann. Was man sich unbedingt anschauen muss ist die Wohnung der Familie Mozart im 3. Stock, wo auch Mozarts Geburtszimmer liegt, in dem der Ermordete in Baumanns Krimi lag.

(Getreidegasse 9, tgl. 9-17:30 Uhr, Juli/Aug. 8:30-19 Uhr).

Festung Hohensalzburg und Museum der Moderne

Wer am Morgen auf dem Kapuzinerberg war, sieht auf der Festung die Stadt nun von der entgegen gesetzten Seite. Die Festung, die hoch über Salzburg thront, ist das Wahrzeichen der Stadt. Sie schließt im Winter zwar schon um 17 Uhr, die grandiose Aussicht lohnt sich jedoch auch, ohne dass man dazu den Burghof betreten muss. Neben der Festung liegt das Museum der Moderne, ein kubusähnlicher Bau, in dem Werke internationaler Künstler gezeigt werden.

Hohensalzburg

(Festung Hohensalzburg, Mönchsberg 34, Jan-Apr und Okt-Dez 9:30-17 Uhr, Mai-Sep 9-19 Uhr, Adventwochenenden und Ostern 9:30-18 Uhr, 20 Min. Fußweg oder 1 Min. mit der Festungsbahn. Museum der Moderne: Mönchsberg 32, Di-So 10-18 Uhr, Mi 10-20 Uhr, Mo geschlossen).

Dinner mit Aussicht im M32

Der perfekte Ausklang des Tages ist ein leckeres Essen mit einem atemberaubenden Blick auf die Altstadt im Restaurant M32 im Museum der Moderne. Auf Wunsch werden auch vegetarische und vegane Gerichte zubereitet.

(Mönchsberg 32, Di-So 9-1 Uhr nachts, Mo geschlossen).

BaumannKrimiautor Manfred Baumann

Manfred Baumanns Lieblingsorte in Salzburg

„In der Stadt habe ich zwei Lieblingsorte. Einerseits sitze ich wahnsinnig gerne entweder im Tomaselli, im Fürst oder auch im MozARTs, sitze dort, trinke meinen Espresso und schaue mir dieses Theater an, das da passiert. Diese unwahrscheinlich vielen Darsteller, wo jeder eine Rolle spielt. Ich liebe das einfach, dieses Gebahren und was da alles an Szenen passiert. Ich ziehe mich auch gerne zurück auf den Sebastiansfriedhof. Es gibt für mich in dieser Stadt so viele faszinierende Plätze. Ich tue mich schwer mit einem absoluten Lieblingsplatz. Aber womit ich am meisten Verbindung habe, ist Hellbrunn.

TomaselliDas Café Tomaselli ist nur ganz selten so leer

Tipp für Opernfreunde: Eine Vorstellung im Marionettentheater (19:30 Uhr). „Die Aufführungen sind so faszinierend gemacht, dass man vergisst, dass es sich bei den Darstellern um Puppen handelt.“

Unterkunft: Günstige Hotels in Salzburg gibt es bei A&O Hotels und Hostels.

Fünf Gründe für einen Urlaub im Kaunertal

Schneebedeckte Bergspitzen, kristallklare Seen und tiefgrüne Wälder: Das Kaunertal ist genau der Ort, den ich gesucht habe, um dem Alltag zu entfliehen. Von der Aussichtsplattform „Adlerblick“, die majestätisch auf einer 100 Meter hohen Felswand über dem Örtchen Feichten thront, werfe ich einen ersten Blick auf diese vergessene Welt, in der die Zeit keine Macht zu haben scheint. Die nächsten Tage widme ich dem Entdecken – denn ich bin sicher, dass das Tal in den Ötztaler Alpen die eine oder andere Überraschung für mich bereithält.

  1. Das Kaunertal bietet „3 in 1“

Wer bei „Tal“ an eine romantische Senkung mit leise plätschernden silbernen Flüsschen und gemütlichen Wanderwegen denkt, hat nicht ganz Unrecht – auch das gibt es hier. Das erste, was ich nach der Ankunft lerne, ist allerdings, dass ich mich für eine Region entschieden habe, in der Wanderlustige, Kulturbegeisterte und Skiliebhaber gleichermaßen auf ihre Kosten kommen: Wer, wie ich, Wanderschuhe im Gepäck hat, kann sich auf abwechslungsreiche Touren auf drei Ebenen freuen – vom gemütlichen Wandern entlang des Talbodens, über einen Besuch der Hütten und Almen bis hin zu Höhen mit Panoramablick und Gipfelbesteigungen im Bereich der Dreitausender.

Kaunertaler Gletscher

Wer mit Skiern und Snowboard anreist, findet im Kaunertaler Gletscher ein variantenreiches Höhenwintersportgebiet, in dem sowohl abenteuerlustige Freerider als auch Familien mit Kindern auf ihre Kosten kommen. Kulturfreunde können sich in der Region Kaunertal-Fendels auf eine Reise in die Vergangenheit begeben und Kunst- und Kulturschätze aus der bewegten Geschichte der Region bewundern. Mein Motto für diesen Urlaub lautet „3 in 1“: Wandern, Skilaufen, Sightseeing.

  1. Naturpark Kaunergrat: Naturschutz auf 600 Quadratkilometern

Bevor ich in meine Wanderschuhe steige, besuche ich das Informationszentrum des Naturschutzgebietes Kaunergrat, das sich vom Oberen Inntal bis in die Ötztaler Alpen erstreckt und damit das Kaunertal, das Pitztal und die Gemeinde Fließ umfasst. Der Kaunergrat bietet ein absolut einmaliges Naturerlebnis, da die Besucher aufgrund des Höhenunterschieds von 700 auf mehr als 2800 Meter täglich manchmal mit drei Jahreszeiten überrascht werden. Der Namensgeber des Naturparks, der Kaunergrat, ragt zwischen Pitz- und Kaunertal beinahe 3000 Meter in die blauen Berghöhen.

Da sich der Park dem Naturschutz verschrieben hat, wird hier alles getan, um den Besuchern die einzigartige Region mit ihren 84 Dreitausendern, 47 Almen, 1100 Schmetterlingsarten und rund 1000 klettergewandten Steinböcken nahezubringen. Um mir einen ersten Überblick zu verschaffen, besuche ich eine multimediale Ausstellung über die Artenvielfalt von Flora und Fauna im Naturparkhaus Kaunergrat, das genau im sog. „Dreitälereck“ zwischen Kauner-, Pitz und Inntal liegt.

 

  1. Wandern im Kaunertal: Von gemütlich bis schwindelerregend

Je nachdem, wie erfahren man ist und wie schnell man vorankommt, kann man den Kaunergrat zwischen Pitz- und Kaunertal innerhalb einer Zeit zwischen drei und sieben Tagestouren umwandern. Dem Höhenunterschied von fast 2000 Metern entsprechend, erkunde ich zuerst einen Wanderweg entlang des Talbodens, der an eisblauen Bergseen, kühlen Felsspalten und grasgrünen Auen vorbeiführt. Hier begegne ich immer wieder Familien mit Kindern, die einem der vielen Naturpfade, wie dem „Moorlehrpfad“ und dem „Wald- und Strauchlehrpfad“ folgen oder sich einer geführten Wanderung angeschlossen haben. Am nächsten Tag entscheide ich mich für einen Teil der „Kaunergratrunde„, die 90 Kilometer lang ist und insgesamt 6000 Höhenmeter umfasst. Sie führt mich mitten ins grüne Herz des Naturparks Kaunergrat, wo ich den Tag im Café-Restaurant „Gachenblick“ bei einer ordentlichen Brotzeit ausklingen lasse.

  1. Skifahren am Kaunergletscher: Tirols jüngster Gletscher

Da das Kaunertal ein Höhenwintersportgebiet ist und ich natürlich gerne das erkunden möchte, was diesen Gletscher von denen unterscheidet, die ich bereits kenne, entscheide ich mich für einen Besuch der drei höchstgelegenen Skigebiete: Das höchste ist das Skigebiet Kaunertaler Gletscher, das auf einer Höhe von 3108 Metern gelegen ist und rund 22 Kilometer Pistenstrecke umfasst. Knapp darunter auf einer Höhe von 1325 Metern liegen das Skigebiet Fendels mit gut 10 Kilometern Piste und das kleine Skigebiet Feichten, das sich mit 0,3 Kilometern Piste auf einer Höhe von 1310 Metern vor allem für Anfänger eignet. Da die Saison hier erst Ende Mai aufhört, bietet das Kaunertal auch Kurzentschlossenen die Chance auf endlose Pisten und gleißend weiße Schneelandschaften. Wen es in den Skiern juckt, sollte einen Blick auf die Angebote von Snowtimes werfen.

Kaunertal

  1. Kulturgenuss im Kaunertal: Alpine Geschichte & verschlafene Ortschaften

Das Überraschendste in diesem Urlaub ist für mich definitiv das breite kulturelle Angebot, das das Hochgebirgstal für seine Besucher bereithält: Wer sich für Kirchengeschichte interessiert, kann beispielsweise die sätbarocke Pfarrkirche in Feichten oder die gotische Pfarrkirche in Fendels besuchen. Wer Kultur mit Wandern verbinden möchte, kann sich auf den Weg zum Wallfahrsort Kaltenbrunn oder zur Burg Berneck machen, die aus dem 15. Jahrhundert stammt und hoch über dem Kaunertal liegt. Doch Vorsicht: Die äußere Laufganggalerie direkt über der steilen Felswand ist nichts für schwache Nerven!

Almkuh

Da ich nach meinem Ausflug in die höchstgelegenen Skigebiete erst einmal genug Höhenluft geschnuppert habe, entscheide ich mich für einen Besuch im Talmuseum Kaunertal, das Geräte aus Bergbau und Landwirtschaft der letzten Jahrhunderte zeigt. Anschließend spaziere ich noch durch den Hauptort des Kaunertals: Das Örtchen Feichten liegt verschlafen zu Füßen des Gletschers am kristallklaren Weißsee und lässt die Vorstellung, dass ich morgen wieder in mein richtiges Leben zurückkehre, beinahe surreal wirken. Ich komme ganz sicher wieder!

Bildquellen: Kuh: Flickr, BY © Sander van der Wel , See/Gletscher: Flickr, BY © Carsten, Bergsee: Flickr, BY © gravitat-OFF

 

 

Dresscode: Tracht

Ob zur Arbeit, zur Uni, zum Shopping, zu den Festspielen oder in der Freizeit, in Salzburg trägt man Tracht – klassisch, als Stilmix kombiniert oder modern. Erlaubt ist, was gefällt. Auch Salzburgbesucher und Touristen lieben den Salzburger Dresscode und peppen ihr Outfit mit Gehrock, Trachtenjacke und Lederhose auf.

30 Trachtenproduzenten und Trachtengeschäfte gibt es in der Welthauptstadt der Tracht. Das älteste Unternehmen ist Jahn-Markl. Die Gerberei wurde 1408 gegründet und rühmt sich damit, dass sie die erste Lederhose von Kaiser Franz Josef I. hergestellt hat. Altschwarz sollte sie sein und gebraucht aussehen, bestimmte der Kaiser. Er trug sie zur Sommerfrische in Bad Ischl und machte sie damit salonfähig. Die Lederhose war nun nicht mehr aus billigem Schweinsleder und klassische Arbeitshose der Bauern. Sie war aus hochwertigem Hirschleder, bald beliebtes Beinkleid des Adels in Bad Ischl und avancierte so zum Statussymbol.

Jahn-Markl
Im Laden von Jahn-Markl.

Bernadette, Säcklerin bei Jahn-Markl, sitzt an ihrem Tisch im Atelier in der Altstadt und ist mit dem Besticken einer Lederhose beschäftigt. „Im Durchschnitt sticke ich 20 bis 35 Stunden an einer Hose. Je nach Aufwendigkeit der Stickerei aber auch bis zu 100 Stunden“, erklärt die junge Frau. Wie die Hose bestickt sein soll, bestimmt der Kunde. Er hat die Qual der Wahl aus einer Mappe mit über 100 Mustern, kann jedoch auch seine eigenen Ideen einbringen.

Die Säcklerin Bernadette beim Besticken einer Lederhose.
Säcklerin Bernadette beim Besticken einer Lederhose.

„Die ausgefallenste Stickerei, die ein Kunde je verlangt hat, war das Ferrari-Zeichen auf der Lederhose“, lacht Bernadette. Eine handbestickte Lederhose kostet je nach Aufwendigkeit der Stickerei zwischen 800 und 3.000 Euro. „Dafür ist sie eine Anschaffung fürs Leben“, sagt Bernadette. Gerät der Träger der Hose aus den Fugen, wird hinten ein Stück Leder eingesetzt, damit die Hose auch in den nächsten Jahren noch passt.

Zur Salzburger Lederhöse gehören traditionell blaue Stutzen.
Zur Salzburger Lederhose gehören traditionell blaue Stutzen.

Nicht nur Lederhosen, auch Loden-Trachten, handgestrickte Stutzen und Jacken, Dirndln, Blusen, Handschuhe, Gürtel und Hüte hat Jahn-Markl im Sortiment.

Stammkunde Herbert von Karajan hat sich im dicken VIP-Buch von Jahn-Markl verewigt.
Stammkunde Herbert von Karajan hat sich im dicken VIP-Buch von Jahn-Markl verewigt.

Als Trendsetterin für den femininen Trachtenlook gilt Marlene Dietrich, die sich 1936 von Kopf bis Fuß bei Jahn-Markl für die Festspiele einkleidete und für einen Aufruhr sorgte. Vor ihr hatte es noch keine Frau gewagt, in Tracht bei den Salzburger Festspielen zu erscheinen.

Modischer Trachtengehrock von Lanz.
Modischer Trachtengehrock von Lanz.

„Kurz vor den Festspielen werden bei uns mehr Dirndln verkauft als sonst“, sagt die Verkäuferin bei Trachtenmoden Lanz und fügt hinzu „unsere Kundinnen kommen aus aller Welt“. Zu den prominentesten gehören Königin Elizabeth von England und Caroline von Monaco. Ein Festspieldirndl aus hochwertiger Seide kostet um die 3.000 Euro. Ist es maßgeschneidert, etwas mehr. Lanz wurde 1922 mit dem Ziel gegründet, bäuerliche Tracht stadtfein zu machen und einen Stil zu kreieren, der für jede Gelegenheit geeignet ist. Wie beliebt die Kreationen von Lanz weltweit sind zeigt das englische Wort „lanzy“, das von amerikanischen Kunden erfunden wurde, um diesen besonderen Stil zu beschreiben. „I love your Dirndl. It’s very lanzy!“

Very lanzy - Festspieldirndl von Lanz.
Very lanzy – Festspieldirndl von Lanz.

Im Salzburger Heimatwerk, das seit 1946 Trachten weiterentwickelt und pflegt, werden Dirndln nach alten Musterbüchern hergestellt. Eine junge Frau steht an der Theke des hellen Verkaufsraumes und blättert in einem der Bücher. Sie sucht nach einem Muster für ein maßgeschneidertes Dirndl. „Ich kann mich nicht entscheiden“, sagt sie. „Es soll ein Unikat sein, handgenäht, einzigartig und elegant. Das wird zwar teuer, aber so ein Dirndl trägt man ja auch über Jahre, das kommt nicht aus der Mode“.

Die Qual der Wahl - Stoffe und Muster beim Heimatwerk.
Die Qual der Wahl – Stoffe und Muster beim Heimatwerk.

Designerin Andrea Eberle setzt auf modernes Trachtendesign und kombiniert Gehröcke und handgestrickte Kaschmirjäckchen in allen Farben mit bunten Wickelröcken. Vervollständigt wird die Kollektion mit Taschen, Schuhen, Gürteln und Tüchern. Markenzeichen der Designerin, die ursprünglich aus Frankfurt stammt, ist der Hirsch. Er ziert alle Kleidungsstücke und Accessoires.

Trachtenjäckchen und Wickelrock von Andrea Eberle.
Trachtenjäckchen und Wickelrock von Andrea Eberle.

Tanja Pflaum, Designerin und Inhaberin der Dirndl-Manufaktur Ploom, orientiert sich bei ihren Entwürfen am Zeitgeist und verbindet klassisches Design mit aktuellen Modetrends. Auf diese Weise begeistert sie vor allem das junge Publikum für Trachtenmode. Zu ihren Kreationen gehören Hochzeitsdirndln, Abend- und Cocktaildirndln sowie Dirndln für Schwangere.

Salzburg
Das Dirndl gehört in Salzburg zur Alltagskleidung.

Gaisberger, Haute Couture unter den Trachtendesigns, steht für moderne Trachtenmode, hochwertige Klassik und eine Kombination aus beidem. Ein Augenmerk in dem kleinen Laden sind die gelben, pinkfarbenen und lila Gehröcke aus weichem Samt und glänzendem Seidentaft, die mit Jeans oder eleganten eng anliegenden Samthosen kombiniert werden.

Schwarzes Dirndl von Gaisberger.
Schwarzes Dirndl von Gaisberger.

Die Salzburger Tracht liegt im Trend. Das zeigt nicht zuletzt der Besucherandrang auf der „Tracht & Country“ (Weltleitmesse für Trachtenmode und alpinen Lifestyle), die zweimal jährlich in Salzburg mit rund 200 Ausstellern stattfindet. Das allgemeine Trendthema Nachhaltigkeit hinterlässt auch hier seine Spuren: Alte Materialien, historische Vorbilder und überlieferte Handwerkstechniken sind im Kommen. „Die bunte, phantasievolle und variantenreiche modische Bandbreite zwischen Tradition und Moderne, zwischen klassischer Tracht und unkonventionellen Designerschöpfungen ist wohl eine der Erfolgsfaktoren dieser Modesparte“, sagt Messeleiter Mag. Wilfried Antlinger. „Tracht ist lebendig und der erfolgreiche Auftritt der Branche auf der Tracht & Country Herbst 2013 hat dies vor 3.828 Fachbesuchern eindrucksvoll bewiesen“.

Modische Trachtentasche von Andrea Eberle.
Modische Trachtentasche von Andrea Eberle.

INFO

Adressen und Öffnungszeiten der Trachtenläden

Jahn-Markl Trachten, Residenzplatz 3. Mo-Fr 9-18 Uhr, Sa 9.30-15 Uhr.

Lanz, Schwarzstr. 4. Mo-Fr 9-18 Uhr, Sa 9-17 Uhr.

Heimatwerk, Residenzplatz 9. Mo-Fr 9-18 Uhr, Sa 9-17 Uhr.

Andrea Eberle, Sigmund-Haffner-Gasse 4A. Mo-Fr 10-18 Uhr, Sa 10-16 Uhr.

Ploom, Ursulinenplatz 5. Nur Donnerstag und Freitag 11-18 Uhr, Sa 11-17 Uhr.

Couture Gaisberger, Kaigasse 35.

Allgemeine Informationen

Tourismus Salzburg GmbH

Ein herzliches Dankeschön an Salzburg Tourismus und Tour Guide Michaela Muhr für den Streifzug durch die Trachtenläden.

Moderne Tracht mit Jeans kombiniert von Gaisberger.
Moderne Tracht mit Jeans kombiniert von Gaisberger.
Auch ich habe mich letztendlich vom Dresscode anstecken lassen.
Auch ich habe mich letztendlich vom Dresscode anstecken lassen.

Schloss Leopoldskron – Geburtsstätte der Salzburger Festspiele

Im geschichtsträchtigen Rokokoschloss in der Leopoldskronstraße entwickelte Max Reinhardt zusammen mit Hugo von Hofmannsthal und Richard Strauss 1920 die Idee des Festivals. Das wundert nicht, denn das Schloss und seine malerische Kulisse sind pure Inspiration. 

Nicht die Festspiele, sondern „Leopoldskron ist diejenige seiner Inszenierungen gewesen, auf die er am stolzesten war“, sagte die Schauspielerin Helene Thimig, zweite Ehefrau Reinhardts. Eine Inszenierung, die fast 20 Jahre lang dauerte. Leopoldskron

Mit dem Kauf des barocken Schlosses im Jahre 1918 erfüllte sich der damals berühmteste Theaterimpresario Europas einen lang gehegten Traum. An seine Frau in Berlin telegrafierte er: „Leopoldvertrag unterzeichnet. Gott schenke uns für dieses köstliche Gehäuse die glücklichsten Inhalte“.

In der Bibliothek hängt ein Porträt von Max Reinhardt.
In der Bibliothek hängt ein Porträt von Max Reinhardt.

In den nachfolgenden zehn Jahren investierte Reinhardt viel Zeit und sein gesamtes Geld in die Renovierung der Räume und die Neugestaltung des Parks. Aus dem versumpften und verwilderten Terrain um das Schloss herum wurde ein barocker Park voller Skulpturen, alten Orangen- und Zitronenbäumen aus Schloss Schönbrunn, Gartentheater, exotischen Vögeln und einer Zwergerlwiese mit grotesken Sandsteinfiguren.Skulptur im Park Leopoldskron Im Schloss ließ er die große Halle im Erdgeschoss errichten, die im 18. Jahrhundert als Wendeplatz für Pferdekutschen diente. Eines der Prunkstücke der großen Halle ist die „Freudenhaus-Madonna“, die einst die Fassade eines Wiener Bordells zierte. Der Erwerb soll Reinhardt einige Überredungskünste gekostet haben, denn die Bordellbesitzerin trennte sich nur ungern von der Beschützerin ihrer Mädels.Freudenhausmadonna Der offene Kamin in der Halle ist ein Original aus der Erbauungszeit und der einzige noch funktionierende im Gebäude. Direkt über dem Kamin hängt das Familienwappen von Erzbischof Leopold Anton Freiherr von Firmian, der das Schloss in den Jahren 1736 bis 1744 als Familiensitz bauen ließ.

Die große Halle auf Schloss Leopoldskron.
Die große Halle auf Schloss Leopoldskron.

Firmian ging als „Protestantenvertreiber“ in die Geschichte ein. Weil er der katholischen Kirche die „alte Macht und Herrlichkeit“ wiedergeben wollte, ließ er alle Protestanten, damals rund 22.000, aus Salzburg vertreiben. Firmian starb 1744. Er wurde im Salzburger Dom bestattet, sein Herz jedoch in der Kapelle des Schlosses neben der großen Halle.

Die kleine Kapelle von Schloss Leopoldskron.
Die kleine Kapelle von Schloss Leopoldskron.

Im Stockwerk über der großen Halle befindet sich der elegante Marmorsaal mit prunkvollen Stuckarbeiten an Decke und Wänden und einem herrlichen Blick über den Weiher und auf die Berge. Max Reinhardt nutzte den Saal für Feste und Theateraufführungen.

Blick über den Weiher und auf die Berge.
Blick über den Weiher und auf die Berge.

Herzstück von Leopoldskron ist die prachtvolle Bibliothek, die Reinhardt nach dem Vorbild der Klosterbibliothek St. Gallen anfertigen ließ. Im Stuck der Decke sieht man eine tragische und eine komische Theatermaske. Letztere trägt das Gesicht von Reinhardt.Bibliothek Leopoldskron Man fragt sich, wie er wohl zur Balustrade hinaufgekommen ist, denn nirgendwo im Raum ist eine Treppe zu sehen. „Er ließ sich eine geheime Wendeltreppe installieren“, erklärt der Tourguide. Die Treppe ist gut hinter den Büchern versteckt und verband seine Wohnung mit der Bibliothek. Bis heute ist die Geheimtreppe der einzige Zugang zur Balustrade.Bibliothek Leopoldskron Die Bibliothek führt ins Chinesische Zimmer, damals wie heute Lese- und Ruheraum. Der Drache an einem der Bücherregale ist ein Originalstück aus China.Chinesisches Zimmer Leopoldskron Vom Chinesischen Zimmer kommt man in den „Roten Salon“ (heute McGowan Zimmer), den Reinhardt als Besprechungsraum nutzte. Hier fielen alle wichtigen Entscheidungen zu den Salzburger Festspielen.Roter Salon Leopoldskron Während der Ära Max Reinhardt war Leopoldskron ein wichtiger Treffpunkt für Theaterproduzenten, Komponisten, Schauspieler und Schriftsteller aus Europa und den USA. Während sich Reinhardt in den USA aufhielt, wurde das Schloss von den Nationalsozialisten als jüdischer Besitz konfisziert. Reinhardt sah Leopoldskron nie wieder. Er starb 1943 in New York. Vier Jahre später wurde das Schloss an seine Frau und Söhne zurückgegeben.

Eingang zu Schloss Leopoldskron und dem rosafarbenen Meierhof.
Eingang zu Schloss Leopoldskron und dem rosafarbenen Meierhof.

Helene Thimig vermietete 1947 Räume des Schlosses  an die amerikanische Bildungsgesellschaft „Salzburg Global Seminar“, die dort seither mehrtägige internationale Konferenzen und Seminare veranstaltet. Schloss Leopoldskron befindet sich mittlerweile im Besitz der Gesellschaft. Seit 2013 dürfen nun auch externe Gäste dort wohnen. Der Meierhof wurde komplett renoviert und Ende Februar 2014 neu eröffnet.

Park Schloss Leopoldskron.
Park Schloss Leopoldskron.
Enten am Weiher von Leopoldskron.
Enten am Weiher von Leopoldskron.
Direkt hinter Leopoldskron liegt auf einem Hügel die Festung Hohensalzburg.
Direkt hinter Leopoldskron liegt auf einem Hügel die Festung Hohensalzburg.
Schloss Leopoldskron und Meierhof von der gegenüberliegenden Seite des Weihers.
Schloss Leopoldskron und Meierhof von der gegenüberliegenden Seite des Weihers.