Juli 30

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Die Love Story von Vreneli und Hans-Joggeli

Am Brunnen auf dem Dorfplatz der kleinen Gemeinde Guggisberg steht das legendäre Vreneli. Der Künstler Max Fueter hat mit der Bronzefigur ein Vreneli des 20. Jahrhunderts geschaffen. Das Mädchen lebte im 17. Jahrhundert mit seiner verwitweten Mutter auf dem stattlichen Bauernhof Linde. Der Ammann auf der Zelg, der dem Vreneli und seiner Mutter zur Seite stand, hätte die beiden Höfe gerne durch eine Heirat seines Sohnes Gottfried mit der Linden-Tochter vereint. Das Vreneli liebte jedoch den Kleinbauernsohn Hans-Joggeli. Das war dem wohlhabenden Gottlieb ein Dorn im Auge.

Vreneli-Brunnen

Vreneli-Brunnen

Er lauerte dem ungebetenen Nebenbuhler eines Abends auf um ihn zu verprügeln. Doch Hans-Joggeli war stärker und Gottfried blieb nach einem unglücklichen Sturz bewusstlos liegen. Hans-Joggeli wähnte sich als Mörder, floh in seiner Verzweiflung noch in derselben Nacht und trat in fremde Kriegsdienste ein. Damals die einzige Lösung, einer Verurteilung zu entgehen. Als er nach Jahren erfuhr, dass Gottfried überlebt hatte, kehrte er nach Guggisberg zurück. Doch sein Vreneli fand er nicht mehr. Es war schon längst vor Kummer gestorben.

Die Liebesgeschichte ohne Happy End hat sich wahrscheinlich in den Jahren zwischen 1660 und 1675 zugetragen. Der stattliche Bauernhof Linde, wo das Vreneli wohnte, steht am Fuß des Guggershorns. Das Gebäude brannte 1886 ab, wurde aber in ähnlicher Form wieder aufgebaut. Eine Linde steht noch heute bei dem Haus.

Vreneli-Museum

Vreneli-Museum

Neben dem Brunnen mit der Bronzefigur befindet sich das Vreneli-Museum, das neben alten Guggisberger Trachten und Alltagsgegenständen einen kompletten Haushalt aus dem 19. Jahrhunderts beherbergt. Im Dachgeschoss stehen Wände mit Erklärungen über das Guggisberger Brauchtum und die Legende vom Vreneli, das vor Kummer starb. In dem Lied „S’isch äben e Mönsch uf Ärde“, allgemein als Guggisberglied bekannt, wurde die traurige Liebesgeschichte vom Vreneli musikalisch verewigt.

Adresse Dorf 75, 3158 Guggisberg. Das Museum kann nur mit Voranmeldung besucht werden. Tel. +41 (0)31/7355347 bzw. Kontakt via E-Mail über die Website des Museums www.vreneli-museum.ch. ÖV Ab Bern S-Bahn 6 bis Schwarzenburg, dann Bus 612 bis Guggisberg Post. Fahrtzeit insgesamt 55 Minuten.

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Guggisberg

Tipp Kirche Guggisberg, gegenüber vom Museum. Dort sind in einem bunten Kirchenfenster des Künstlers Max Brunner das Verneli und der Hans-Joggeli mit einem Mühlerad abgebildet.

 

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