August 18

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Grandhotel Giessbach – eine Welt für sich

Mit seinen Spitztürmchen, verzierten Giebeln und Lukarnen thront das alte Grandhotel wie ein Märchenschloss auf einer Felsterrasse hoch über dem Brienzersee. Nur wenige Meter vom Hotel entfernt stürzen sich die mächtigen Giessbachfälle in 14 Felsstufen in den See hinab. Sie sind das einzige Geräusch, das man nachts hört.

Giessbachfaelle

Das Hotel schaut auf eine lange Geschichte zurück. Alles fing mit dem Bau eines einfachen Schutzhauses im Jahre 1822 an, aus dem sich 1840 das Gasthaus Giessbach entwickelte und 1855 der Bau eines Pensionshauses mit 60 Betten. Als die bekannte Hotelierfamilie Hauser den Besitz 1870 erwarb und den damals produktivsten und gefragtesten Hotelarchitekten des Berner Oberlandes, Horace Edouard Davinet, mit der Planung eines fünfstöckigen Palasthotels beauftragte, entstand 1875 die erste Version des Grandhotels. Ein Großfeuer zerstörte 1883 die oberen Stockwerke. Unter Leitung von Davinet wurde es innerhalb eines Jahres wieder aufgebaut und statt Turmkuppeln erhielt das Hotel nun eine Dachgestaltung im Schweizer-Stil.

Grandhotel Giessbach

Bis 1914 war das Giessbach Treffpunkt des europäischen und russischen Adels, von Finanzmagnaten und Industriellen. Die beiden Weltkriege leiteten den Niedergang ein, die internationalen Gäste blieben aus. Als der letzte Besitzer 1979 beschloss, das Hotel abzureißen, schritt der Umweltschützer Franz Weber ein. Er gründete die Stiftung „Giessbach dem Schweizervolk“, die durch eine gesamtschweizerische Sammelaktion und Zuwendungen des Kantons Bern und der Gemeinde Brienz den erforderlichen Kaufpreis für das Hotel zusammenbrachte. Durch die Gründung der „Parkhotel Giessbach AG“ und den Verkauf von Aktien kam das Geld für die aufwendige Renovierung zustande.

Lobby im Hotel Giessbach.

Eingangshalle im Hotel Giessbach.

Das Grandhotel wurde im ursprünglichen Davinet-Stil vollständig wieder hergestellt und im Juni 1984 mit einem großen Ball eröffnet. Betritt man die prachtvolle Eingangshalle fühlt man sich unwillkürlich in die Zeit der Belle-Epoque zurückversetzt.

Blick vom Bellevue-Zimmer auf den See.

Blick vom Bellevue-Zimmer auf den See.

Dasselbe gilt für die 70 Zimmer und Suiten, die zum Teil mit restaurierten Möbeln aus der Zeit der Jahrhundertwende eingerichtet sind. Ob die Zimmer zum See, zu den Wasserfällen oder zur Waldseite hin ausgerichtet sind, beim Blick vom Balkon hat man das Gefühl, auf ein Landschaftsgemälde aus längst vergangener Zeit zu blicken.

Der Belle Epoque Dampfer kurz vor der Station Giessbach.

Der Belle Epoque Dampfer kurz vor der Station Giessbach.

Bereits die Anreise lässt sich wie anno dazumal gestalten, wenn man ab Interlaken Ost den nostalgischen Belle-Epoque Salondampfer „Lötschberg“ und die historische Standseilbahn aus dem Jahr 1879 nimmt.

Standseilbahn Giessbach

Das Hotel diente mehrmals als Filmkulisse. Unter anderem wurden hier mehrere Szenen des John le Carré Klassikers „Smiley’s People“ gedreht sowie Folge 10 (Kriegsende) der amerikanischen Serie „Band of Brothers“.

Restaurant Les Cascades im Hotel Giessbach. Schlemmen mit Blick auf den Wasserfall.

Restaurant Les Cascades im Hotel Giessbach. Schlemmen mit Blick auf den Wasserfall.

Adresse Grandhotel Giessbach, CH-3855 Brienz. Tel +41 (0)33-9522525, http://www.giessbach.ch.

In der Hotelbar fühlt man sich in eine andere Zeit versetzt.

In der Hotelbar fühlt man sich in eine andere Zeit versetzt.

Unter dem Wasserfall kann man spazieren gehen - es spritzt allerdings ganz schön!

Unter dem Wasserfall kann man spazieren gehen – es spritzt allerdings ganz schön!

Giessbach Fall

Blick auf den Brienzersee.

Blick auf den Brienzersee.

 

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