April 29

Fünf Gründe für einen Urlaub im Kaunertal

Schneebedeckte Bergspitzen, kristallklare Seen und tiefgrüne Wälder: Das Kaunertal ist genau der Ort, den ich gesucht habe, um dem Alltag zu entfliehen. Von der Aussichtsplattform „Adlerblick“, die majestätisch auf einer 100 Meter hohen Felswand über dem Örtchen Feichten thront, werfe ich einen ersten Blick auf diese vergessene Welt, in der die Zeit keine Macht zu haben scheint. Die nächsten Tage widme ich dem Entdecken – denn ich bin sicher, dass das Tal in den Ötztaler Alpen die eine oder andere Überraschung für mich bereithält.

  1. Das Kaunertal bietet „3 in 1“

Wer bei „Tal“ an eine romantische Senkung mit leise plätschernden silbernen Flüsschen und gemütlichen Wanderwegen denkt, hat nicht ganz Unrecht – auch das gibt es hier. Das erste, was ich nach der Ankunft lerne, ist allerdings, dass ich mich für eine Region entschieden habe, in der Wanderlustige, Kulturbegeisterte und Skiliebhaber gleichermaßen auf ihre Kosten kommen: Wer, wie ich, Wanderschuhe im Gepäck hat, kann sich auf abwechslungsreiche Touren auf drei Ebenen freuen – vom gemütlichen Wandern entlang des Talbodens, über einen Besuch der Hütten und Almen bis hin zu Höhen mit Panoramablick und Gipfelbesteigungen im Bereich der Dreitausender.

Kaunertaler Gletscher

Wer mit Skiern und Snowboard anreist, findet im Kaunertaler Gletscher ein variantenreiches Höhenwintersportgebiet, in dem sowohl abenteuerlustige Freerider als auch Familien mit Kindern auf ihre Kosten kommen. Kulturfreunde können sich in der Region Kaunertal-Fendels auf eine Reise in die Vergangenheit begeben und Kunst- und Kulturschätze aus der bewegten Geschichte der Region bewundern. Mein Motto für diesen Urlaub lautet „3 in 1“: Wandern, Skilaufen, Sightseeing.

  1. Naturpark Kaunergrat: Naturschutz auf 600 Quadratkilometern

Bevor ich in meine Wanderschuhe steige, besuche ich das Informationszentrum des Naturschutzgebietes Kaunergrat, das sich vom Oberen Inntal bis in die Ötztaler Alpen erstreckt und damit das Kaunertal, das Pitztal und die Gemeinde Fließ umfasst. Der Kaunergrat bietet ein absolut einmaliges Naturerlebnis, da die Besucher aufgrund des Höhenunterschieds von 700 auf mehr als 2800 Meter täglich manchmal mit drei Jahreszeiten überrascht werden. Der Namensgeber des Naturparks, der Kaunergrat, ragt zwischen Pitz- und Kaunertal beinahe 3000 Meter in die blauen Berghöhen.

Da sich der Park dem Naturschutz verschrieben hat, wird hier alles getan, um den Besuchern die einzigartige Region mit ihren 84 Dreitausendern, 47 Almen, 1100 Schmetterlingsarten und rund 1000 klettergewandten Steinböcken nahezubringen. Um mir einen ersten Überblick zu verschaffen, besuche ich eine multimediale Ausstellung über die Artenvielfalt von Flora und Fauna im Naturparkhaus Kaunergrat, das genau im sog. „Dreitälereck“ zwischen Kauner-, Pitz und Inntal liegt.

 

  1. Wandern im Kaunertal: Von gemütlich bis schwindelerregend

Je nachdem, wie erfahren man ist und wie schnell man vorankommt, kann man den Kaunergrat zwischen Pitz- und Kaunertal innerhalb einer Zeit zwischen drei und sieben Tagestouren umwandern. Dem Höhenunterschied von fast 2000 Metern entsprechend, erkunde ich zuerst einen Wanderweg entlang des Talbodens, der an eisblauen Bergseen, kühlen Felsspalten und grasgrünen Auen vorbeiführt. Hier begegne ich immer wieder Familien mit Kindern, die einem der vielen Naturpfade, wie dem „Moorlehrpfad“ und dem „Wald- und Strauchlehrpfad“ folgen oder sich einer geführten Wanderung angeschlossen haben. Am nächsten Tag entscheide ich mich für einen Teil der „Kaunergratrunde„, die 90 Kilometer lang ist und insgesamt 6000 Höhenmeter umfasst. Sie führt mich mitten ins grüne Herz des Naturparks Kaunergrat, wo ich den Tag im Café-Restaurant „Gachenblick“ bei einer ordentlichen Brotzeit ausklingen lasse.

  1. Skifahren am Kaunergletscher: Tirols jüngster Gletscher

Da das Kaunertal ein Höhenwintersportgebiet ist und ich natürlich gerne das erkunden möchte, was diesen Gletscher von denen unterscheidet, die ich bereits kenne, entscheide ich mich für einen Besuch der drei höchstgelegenen Skigebiete: Das höchste ist das Skigebiet Kaunertaler Gletscher, das auf einer Höhe von 3108 Metern gelegen ist und rund 22 Kilometer Pistenstrecke umfasst. Knapp darunter auf einer Höhe von 1325 Metern liegen das Skigebiet Fendels mit gut 10 Kilometern Piste und das kleine Skigebiet Feichten, das sich mit 0,3 Kilometern Piste auf einer Höhe von 1310 Metern vor allem für Anfänger eignet. Da die Saison hier erst Ende Mai aufhört, bietet das Kaunertal auch Kurzentschlossenen die Chance auf endlose Pisten und gleißend weiße Schneelandschaften. Wen es in den Skiern juckt, sollte einen Blick auf die Angebote von Snowtimes werfen.

Kaunertal

  1. Kulturgenuss im Kaunertal: Alpine Geschichte & verschlafene Ortschaften

Das Überraschendste in diesem Urlaub ist für mich definitiv das breite kulturelle Angebot, das das Hochgebirgstal für seine Besucher bereithält: Wer sich für Kirchengeschichte interessiert, kann beispielsweise die sätbarocke Pfarrkirche in Feichten oder die gotische Pfarrkirche in Fendels besuchen. Wer Kultur mit Wandern verbinden möchte, kann sich auf den Weg zum Wallfahrsort Kaltenbrunn oder zur Burg Berneck machen, die aus dem 15. Jahrhundert stammt und hoch über dem Kaunertal liegt. Doch Vorsicht: Die äußere Laufganggalerie direkt über der steilen Felswand ist nichts für schwache Nerven!

Almkuh

Da ich nach meinem Ausflug in die höchstgelegenen Skigebiete erst einmal genug Höhenluft geschnuppert habe, entscheide ich mich für einen Besuch im Talmuseum Kaunertal, das Geräte aus Bergbau und Landwirtschaft der letzten Jahrhunderte zeigt. Anschließend spaziere ich noch durch den Hauptort des Kaunertals: Das Örtchen Feichten liegt verschlafen zu Füßen des Gletschers am kristallklaren Weißsee und lässt die Vorstellung, dass ich morgen wieder in mein richtiges Leben zurückkehre, beinahe surreal wirken. Ich komme ganz sicher wieder!

Bildquellen: Kuh: Flickr, BY © Sander van der Wel , See/Gletscher: Flickr, BY © Carsten, Bergsee: Flickr, BY © gravitat-OFF

 

 

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